Mexiko: Ermordungen von Journalist:innen erreichen neuen Höhepunkt

reporter_ohne_grenzen.jpg

Antonio de la Cruz ist der zwölfte getötete Journalist in Mexiko in diesem Jahr
Antonio de la Cruz ist der zwölfte getötete Journalist in Mexiko in diesem Jahr

Mexiko-Stadt. Im Jahr 2022 sind in Mexiko bereits zwölf Journalist:innen umgebracht  worden – so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2017 insgesamt. Das berichtet die Organisation Reporter ohne Grenzen. Das lateinamerikanische Land gilt als eines der gefährlichsten, wenn es um die Ausübung des Journalismus-Berufs geht. Dieses Jahr könnte nun das Jahr mit der höchsten Mordrate an Journalist:innen bislang werden.

Im Jahr 2017 wurden nach Angaben von Artículo 19, einer internationalen Organisation zur Verteidigung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, im gesamten Jahr zwölf Presseangehörige getötet. Das war der bisherige Höchstwert. Seit dem 1. Dezember 2018 wurden insgesamt 30 Journalist:innen in Mexiko ermordet.

Der jüngste Mord war letzte Woche der an Antonio de la Cruz in Ciudad Victoria im Bundesstaat Tamaulipas im Nordosten Mexikos.

Seit 2012 gibt es in Mexiko einen expliziten Mechanismus zum Schutz der Presse. Wenn sich Journalist:innen im Falle einer Bedrohung an dieses Programm wenden, müssen die Zuständigen innerhalb von zwölf Stunden Sofortmaßnahmen zu ihrem Schutz einleiten. Beispiele hierfür kann die Einrichtung eines Panikknopfs oder die Versetzung lokaler Polizeistreifen in Alarmbereitschaft sein.

Der Mechanismus ist jedoch von dem Ausmaß der Gewalt im Land überfordert. Dazu mangelt es an Ressourcen und Schulungen für Personal, das eine effektive Risikoeinschätzung vornehmen könnte. Pedro Cárdenas Casillas, mexikanischer Landeskoordinator für Dokumentation und Fallüberwachung bei Artículo 19 erklärt, dass die hohe Straflosigkeit eine Vorbeugung dieser Taten zusätzlich erschwere.

In einer Erklärung mit dem Titel "Mexiko muss handeln, um seine Journalisten zu schützen", prangert Reporter ohne Grenzen an, dass Journalist:innen in Mexiko von Drogenkartellen sowie lokalen Politiker:innen und Regierungsbeamt:innen ohne Konsequenzen angegriffen würden. Die Organisation forderte die Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador auf, die Sicherheit für die Medienschaffenden zu verbessern.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr