21 Festnahmen in Fällen von ermordeten Journalisten in Mexiko

protest_gegen_morde_an_journlaiten._foto_ruben_espinosa.jpg

Foto: Rubén Espinosa. Der Fotojournalist Espinosa wurde August 2015 in Mexiko-Stadt ermordet. Die Täter sind bis heute auf freiem Fuß.
Foto: Rubén Espinosa. Der Fotojournalist Espinosa wurde August 2015 in Mexiko-Stadt ermordet. Die Täter sind bis heute auf freiem Fuß.

Mexiko-Stadt. In sechs Mordfällen an Journalisten im Jahr 2022 haben die mexikanischen Behörden insgesamt 21 Verdächtige in verschiedenen Bundesländern festgenommen.

Fünf mutmaßliche Täter sind identifiziert worden. Sie werden beschuldigt, an den Morden zwischen Januar und März dieses Jahres in Mexiko beteiligt gewesen zu sein. Die Polizei fahndet nach ihnen. 

Dies hat Rosa Icela Rodrìguez, Leiterin des Sekretariats für Sicherheit und Bürgerschutz von Mexiko (SSPC), am vergangenen Donnerstag während der täglichen Konferenz des mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador bekannt gegeben.

"Es gibt Fortschritte bei den Ermittlungen in allen Fällen; bundesweite Sicherheitsbehörden arbeiten zusammen mit den lokalen und regionalen Behörden", so Rodríguez.

Im Fall des Journalisten Armando Linares López, den Unbekannte am 15. März 2022 ermordeten, wurden drei mutmaßliche Täter identifiziert. Die Polizei nahm einen fest und fahndet nach den beiden anderen unter Aussetzung einer Belohnung.

Was José Luis Gamboa Arenas aus dem Bundesstaat Veracruz angeht (am 10. Januar 2022 ermordet), "sind sowohl Täter als auch Drahtzieher identifiziert. Die Telefonnummer des Täters ist ebenfalls gespeichert worden", verkündete Rodríguez.

Der Fotojournalist Alfonso Margarito Martínez Esquivel wurde am 17. Januar im Tijuana (Baja California) getötet. Die Polizei konnte zehn Verdächtige und zwei mutmaßliche Täter fassen, die nun vor Gericht stehen. 

Im Fall der Journalistin Lourdes Maldonado López, die wenige Tage später ebenfalls im Tijuana ermordet wurde, konnten drei mutmaßliche Täter ausgemacht werden, die kurz vor dem Prozess stehen.

Bezüglich des Medienschaffenden aus Oaxaca, Heber Fernando López (am 10. Februar getötet), wurden vier Personen festgenommen. Gegen zwei von ihnen liegen Verdachtsmomente vor. Die anderen beiden stehen als mutmaßliche Täter kurz vor dem Prozess.

Im Fall Juan Carlos Muñiz, der am 04. März im Bundesstaat Zacatecas ermordet wurde, konnte eine Person festgenommen werden.

Über den Mord an Roberto Toledo am 31. Januar 2022 und Jorge Luis Camero Zazueta am 24. Februar dieses Jahres liegen keine Informationen vor.

Die Ermittlungen, Festnahmen und Prozesse sind Teil der verkündeten Null-Straflosigkeit-Politik (Politica Cero Impunidad), welche die Regierung von López Obrador versucht umzusetzen. Dafür wurde das Büro für Sicherheit (Gabinete de Seguridad) gegründet. Dieses berichtet monatlich über die Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung. Dabei wird über Festnahmen von Kleinkriminellen bis zur Zerschlagung von Banden informiert.

Nach Angaben der unabhängigen Organisation Articulo 19 sind 33 Medienvertreter unter der Regierung von López Obrador (also seit 2018) wegen ihrer investigativen Arbeit ermordet worden. Die Bundesstaaten mit den meisten Fällen sind jeweils mit 15 Morden Guerrero und Oaxaca, gefolgt von Chihuahua mit 13 Fällen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr