Kuba und Brasilien vereinbaren Schritte für Nahrungssicherheit

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Kuba und Brasilien können voneinander lernen: Hier ein Urban-Gardening-Projekt in Havanna
Kuba und Brasilien können voneinander lernen: Hier ein Urban-Gardening-Projekt in Havanna

Havanna/Brasília. Vergangene Woche hat im Hotel Nacional in der kubanischen Hauptstadt eine erste Gesprächsrunde zwischen Kuba und Brasilien mit dem Titel Public Policies for Food Sovereignty and Nutritional Security zur Intensivierung der bilateralen Kooperation auf dem Gebiet der Ernährungssicherheit stattgefunden. Auf kubanischer Seite nahmen Premierminister Manuel Marrero, José Ramón Monteagudo Ruiz, Leiter der Abteilung für Agrar- und Ernährungswirtschaft im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, die stellvertretenden Ministerpräsidenten Jorge Luis Tapia Fonseca und Eduardo Martínez Díaz sowie Vertreter weiterer Ministerien und Organisationen teil. Die brasilianische Delegation leitete Paulo Teixeira, Minister für Agrarentwicklung und landwirtschaftliche Familienbetriebe. Sie wurde begleitet von Wellington Dias, dem Minister für Entwicklung, Sozialhilfe, Familie und Hungerbekämpfung, sowie von Ruy Carlos Pereira, dem Botschafter und Direktor der brasilianischen Agentur für Zusammenarbeit.

In seiner Botschaft an die Konferenzteilnehmer hob Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez die Bedeutung dieses Treffens für sein Land hervor, das derzeit eine schwere Wirtschaftskrise durchmacht. Diese sorgt besonders in den Bereichen Energie, Gesundheit und Ernährung für massive Probleme. Einen speziellen Dank richtete Díaz-Canel zu Beginn des Treffens an seinen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva für seine Initiative zur Ausrichtung der bilateralen Konsultationen. Dabei hob er den guten Stand der zwischenstaatlichen Beziehungen hervor und erinnerte an seinen jüngsten Besuch in Brasilien während des BRICS-Gipfels sowie an die Rede Lulas vor den Vereinten Nationen, in der der brasilianische Präsident die US-Blockade gegen Kuba und die willkürliche Aufnahme des Inselstaates in die US-Liste vermeintlicher terrorunterstützender Staaten mit deutlichen Worten verurteilte.

Zentrales Thema der Tagung war die Evaluierung neuer Möglichkeiten zur Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion in Kuba. Dabei wurden zahlreiche Ebenen identifiziert, die für eine nachhaltige Entwicklung und zur Herstellung der Ernährungssouveränität von größerer Bedeutung sind. Hierzu zählen die brasilianischen Erfahrungen auf kommunaler Ebene unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte Vulnerabilitätsregister, Produktionssysteme sowie Selbstversorgungsprogramme. In diesem Kontext wurde die Thematik der Autonomie der Gemeinden diskutiert, die zur Stärkung lokaler Nahrungsmittelproduktionssysteme beitragen soll. Nicht zuletzt wurde intensiv das Konzept der Agrarökologie debattiert und die verstärkte Nutzung von Bioprodukten sowie die Einbeziehung von Wissenschaft und Innovation im Agrarsektor als Schlüsselfaktor identifiziert.

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Im Rahmen der Konferenz wurden nicht nur relevante Fragen erörtert und Erfahrungen auf dem Gebiet der Ernährungssicherheit ausgetauscht, sondern auch konkrete Schritte und Maßnahmen vereinbart. So berichtete die Nationaldirektorin für städtische, vorstädtische und familiäre Landwirtschaft und Sekretärin der Nationalen Kommission für Ernährungssouveränität und Ernährungssicherheit, Elizabeth Peña Turruellas, dass strategische Linien der Zusammenarbeit definiert worden seien. Hierzu zählen nach ihren Worten die Allianz zwischen Genossenschaftsbewegungen, das Programm zur Stärkung lokaler Nahrungsmittelsysteme auf der Grundlage der Nutzung erneuerbarer Energiequellen sowie die Konsolidierung von Schulversorgungs- und Ernährungsprogrammen.

Am Ende der Konsultationen betonte der kubanische Präsident die große Bedeutung des fachlichen Austausches zwischen beiden Ländern im Ernährungssektor. Schließlich ist die Frage der Sicherstellung der Ernährung eine der größten Herausforderungen für die kubanische Regierung derzeit. Auch aufgrund der Probleme der Energieversorgung ist die Produktion landwirtschaftlicher Güter in der letzten Zeit teilweise dramatisch eingebrochen, was zu einer massiven Teuerung von agrarischen Grundnahrungsmitteln geführt hat.