Beijing/Montevideo. Uruguay und Volksrepublik China haben ihre bilateralen Beziehungen ausgebaut und diverse Abkommen über Investitionen, Handel, Forschung, Technologie und Landwirtschaft geschlossen. Dies geschah im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuchs von Uruguays Präsident Yamandú Orsi in Beijing vergangene Woche. Begleitet wurde Orsi von einer 150-köpfigen Delegation aus Spitzenfunktionären, Akademikern und Unternehmern.
Die Einladung nach Beijing erfolgte im Rahmen des Jahrestages der 38-jährigen diplomatischen Beziehung zwischen beiden Ländern. Außer den geschlossenen Abkommen wurde in einer beiderseitigen Erklärung u.a. die Vertiefung der strategischen Partnerschaft, die Unterstützung Uruguays für die Ein-China Politik und der gemeinsame Einsatz für Frieden, Entwicklung und Freiheit bekräftigt. Ferner wurde das Bestreben beider Länder für den baldigen Beginn von Verhandlungen über eine Freihandelszone festgehalten. Außer Xi traf Orsi auch den Ministerpräsidenten Li Quiang, sowie den Präsidenten des Nationalen Volkskongresses Zaho Leji.
Chinas Präsident Xi Jingping lobte beim Treffen mit Orsi die stetig gewachsene, auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten basierende Beziehung. Gleichzeitig betonte er Chinas Rolle für eine multilaterale und gerechte Welt und die Unterstützung, die sein Land den Staaten Lateinamerikas und der Karibik in der Verteidigung ihrer Souveränität, Sicherheit und Entwicklung biete.
Orsi setzt mit den Abkommen seinen an China orientierten Kurs fort. Bereits im vergangenen Jahr unterzeichneten beide Länder mehrere Innovations-, Wissenschafts- und Technologieabkommen. 2026 übernimmt Uruguay turnusmäßig sowohl den Vorsitz der lateinamerikanischen und karibischen Staatengemeinschaft CELAC als auch der Gruppe G77+China. Orsis Regierung hofft in beiden Organisationen die Kooperation mit China auszubauen und den Süd-Süd Dialog stärken zu können.
Über den Tellerrand schauen?
Mit Ihrer Spende können wir Ihnen täglich das Geschehen in Lateinamerika näher bringen.
Doch die große Bedeutung Beijings für das südamerikanische Land begann lange vor der aktuellen Regierung in Montevideo. Bereits seit 14 Jahren ist das Reich der Mitte der wichtigste Handelspartner. China ist Abnehmer eines Viertels aller uruguayischen Exporte, außer Rindfleisch kauft es vor allem Getreide. Im Gegenzug erhält Uruguay Elektrofahrzeuge, Photovoltaiktechnik und andere Produkte der erneuerbaren Energien.
Nicolás Potrié, Präsident der uruguayisch-chinesischen Handelskammer, betonte die Bedeutung und Stabilität der Beziehung: "Uruguay hat ein anhaltendes Wachstum im Handel mit China verzeichnet und festigt so seine Position als wichtigster Partner im Warenverkehr." Allein zwischen 2024 und 2025 stieg das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern um zehn Prozent.
Die Ergebnisse der Gespräche in Beijing bestätigen die Regierung in Montevideo in ihrem Kurs. Außenminister Mario Lubetkin zeigte sich zufrieden: "Dieser Besuch von Präsident Orsi ist daher eine sehr gute Zusammenfassung dessen, wo wir stehen und in welche Richtung wir in dieser Beziehung gehen." Die Unterzeichnung der Abkommen bedeute "eine mächtige Präsenz" seines Landes in dem asiatischen Giganten. Sie würden dazu beitragen, die Beziehungen zwischen beiden Nationen zu festigen und die Neue Seidenstraßen-Initiative Chinas zu stärken.


