USA bombardieren erneut Schiff in der Karibik

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Das beschossene Boot, Sekundenbruchteile vor dem Einschlag des Geschosses
Das beschossene Boot, Sekundenbruchteile vor dem Einschlag des Geschosses

Washington. Die USA haben am Freitag erneut ein Boot im Karibischen Meer versenkt und dabei drei Menschen getötet. Der Angriff habe vor der Küste Venezuelas stattgefunden, gab das Südkommando der US-Streitkräfte bekannt.

Der jüngste Angriff war nach offiziellen Angaben der 38. seit Beginn der Luftangriffe auf angebliche "Schmugglerboote" in der Karibik und im Ostpazifik im vergangenen September. Im Rahmen der sogenannten "Operation Südlicher Speer" hat das US-Militär insgesamt mindestens 133 Menschen getötet.

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Die Einsätze werden immer wieder als extralegale Hinrichtungen kritisiert. Die Tötungen erfolgen jeweils ohne Vorwarnung und ohne dass die Opfer eine Möglichkeit haben, sich zu ergeben. Zudem wurde bisher in keinem einzigen Fall bekannt, dass die Boote gestellt und auf Drogenladungen untersucht worden wären. Stattdessen werden sie beschossen und mitsamt der Besatzung versenkt.

Zudem ist die Argumentation der US-Regierung umstritten, wonach mit Angriffen auf Kleinboote die Drogenepidemie in den USA unter Kontrolle gebracht werden soll. Das Opioid Fentanyl, an dem jährlich zehntausende Menschen sterben, wird in größeren Mengen auf dem Landweg in die USA gebracht. Expert:innen zufolge machen maritime Schmuggeltransporte nur einen Bruchteil der Drogenlieferungen in die USA aus.