Mexiko-Stadt. Soziale Organisationen aus Mexiko kritisieren im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft die Steuererlasse für die Fifa und die hohen sozialen Kosten für das lateinamerikanische Land. Mexiko gewährte der Fifa bereits im Bewerbungsprozess für die Fußball-Weltmeisterschaft umfangreichere Vergünstigungen als die Mitgastgeber USA und Kanada. Die steuerlichen Sonderregelungen gelten nicht nur für die Fifa, sondern auch für Auftragnehmer, Zulieferer und Dienstleister, die vertraglich an die Weltmeisterschaft gebunden sind.
So vermuten Medien wie La Jornada, dass auch globale Partner wie Coca-Cola, Visa, Hyundai, Kia, Aramco und Qatar Airways von den steuerlichen Begünstigungen profitieren, da sie als Fifa-Partner registriert sind. Darüber hinaus schließen die Regelungen Unternehmen mit kommerziellen Verträgen zur Fifa ein, etwa aus den Bereichen Übertragung, Vermarktung und Medienrechte. Das bedeutet konkret, dass die Fifa und ihre kommerziellen Partner keine Steuern auf Ticketverkäufe, Übertragungsrechte oder Sponsorenverträge zahlen.
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Während die Fifa 8,9 Milliarden US-Dollar Einnahmen für die Weltmeisterschaft 2026 vorsieht, bringt die Fußball-WM bis zu drei Milliarden US-Dollar Einnahmen für Mexiko, was circa 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im selben Jahr entspricht. Verschiedene Organisationen der mexikanischen Zivilgesellschaft, darunter das Institut für Ungleichheitsstudien (Indesig) und das Simone-de-Beauvoir-Führungsinstitut (ILSB), stellten infrage, dass die Einnahmen die wirtschaftlichen Kosten der WM aufwiegen. Sie verwiesen dabei nicht nur auf die steuerlichen Begünstigungen für die Fifa und ihre Partner, sondern auch auf die sozialen und ökologischen Folgekosten des Turniers.
Das ILSB warnte, dass die Weltmeisterschaft Formen prekärer Beschäftigung und Arbeitsausbeutung verschärfe, von denen Frauen überproportional betroffen seien. Ein Großteil der Infrastruktur, die das Sportgroßereignis erst möglich macht, etwa Hotellerie, Reinigungsdienste, Gastronomie, informeller Handel und andere Dienstleistungen, beruhe auf Sektoren, die durch einen hohen Frauenanteil, befristete oder informelle Beschäftigungsverhältnisse sowie mangelnde soziale Absicherung gekennzeichnet seien. Dadurch befänden sich viele Beschäftigte in einer besonders verletzlichen Lage.

