Prozess gegen Geheimdienstler

Bogotá. Die kolumbianische Generalstaatsanwaltschaft kündigte am Freitag Prozesse gegen 11 Mitarbeiter des kolumbianischen Geheimdienstes DAS an. Ihnen wird vorgeworfen, tausende Personen ohne Rechtsgrundlage telefonisch überwacht zu haben. Neben Journalisten und Oppositionspolitikern befanden sich auch viele Juristen unter den Opfern des Abhörskandals, der mindestens von 2005 bis Anfang 2010 andauerte. Bei den bisherigen Ermittlungen ergaben sich Hinweise, dass die Überwachungen direkt aus dem Präsidentenpalast von Àlvaro Uribe angeordnet wurden.

Unterdessen berichtete die kolumbianische Wochenzeitung Semana, dass Zeugen in dem Verfahren massiv eingeschüchtert würden. Mehrere Geheimdienstmitarbeiter, die in der Angelegenheit aussagen sollten, erhielten Morddrohungen. In einem Fall verübten Unbekannte einen Anschlag mit einer Granate auf das Haus eines Zeugen. Thema wird im angekündigten Prozess auch die Befehlsstruktur der Geheimdiensteinheit. 

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