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MAS-Abgeordnete wollen USAID des Landes verweisen

La Paz. Die Parlamentsfraktion von Boliviens Regierungspartei MAS fordert die Ausweisung der US-Entwicklungsagentur USAID. Die Organisation übe nachweislich Einfluss auf mehrere Departementsregierungen in Bolivien aus und benutze Seminare, Workshops zum Konfliktmanagement und andere Vorwände, um sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen, sagte der Fraktionsvorsitzende Edwin Tupa der "Bewegung zum Sozialismus" nach Angaben der bolivianischen Nachrichtenagentur ABI.

Während er eine Kooperation von Regierung zu Regierung oder von "Volk zu Volk" für sinnvoll erachtet, sei eine solche Form der Einmischung ein Angriff auf die Souveränität und die Würde seines Landes.

Die Initiative der Regierungsfraktion, auf die es bisher noch keine Reaktion von Seiten der Regierung gibt, steht im Zusammenhang mit der Festnahme des ehemaligen Chefs der bolivianischen Anti-Drogen-Polizei, René Sanabria Oropeza, in Panama. Im Zuge dieser Ereignisse war bekannt geworden, wie die 2008 aus Bolivien ausgewisene US-Antidrogenbehörde DEA weiter Einfluss auf den Andenstaat ausübt.

Im Zuge dieser Verhaftung war es rasch zu bilateralen Gesprächen zwischen Bolivien und den Vereinigten Staaten gekommen, auch um die Auslieferung Sabrinas zu erreichen. Zudem hat sich Evo Morales in dieser Woche wiederum über die wirtschaftliche Ächtung seines Landes durch die USA wegen fehlender Kooperation im Antidrogenkampf beschwert. Politische Beobachter vermuten deswegen, dass der Regierung die Initiative ihrer Parlamentarier nicht gelegen komme.

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