Brasilien: Kleinbauern blockieren Baustelle für Mega-Hafen

Rio de Janeiro. Aufgebrachte Kleinbauern haben am Montag Morgen (Ortszeit) den Zugang zu einem der größten Bauprojekte im Bundesstaat Rio de Janeiro, dem geplanten "Superhafen Porto do Açu" in São João da Barra in der Nähe der Stadt Campos blockiert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur R7. Demnach errichteten die Bauern auf der Zugangsstraße Barrikaden aus Autoreifen und setzten diese in Brand. Schätzungsweise 1.500 Arbeiter wurden dadurch am Betreten der Hafenbaustelle gehindert.

Die Kleinbauern protestieren gegen die für den Bau des Hafens durchgeführten Enteignungen ihres Landes. Die Enteignungen würden willkürlich erfolgen, ohne dass die Betroffenen sich juristisch angemessen zur Wehr setzen könnten und die Entschädigungen würden nicht wie versprochen ausgezahlt, so die Protestierenden. Die laut Medienangaben betroffenen 1.500 Familien mit durchschnittlich vier Hektar Land fordern zudem, dass sie nicht zur Enteigung gezwungen werden dürfen.

Der geplante "Superhafen Porto do Açu" ist mit umgerechneten 345 Mio. Euro eines der zentralen Bauprojekten des reichsten Mannes Brasiliens, Eike Batista, und seiner Firma LLX Logística S.A. Der Hafen von Açu soll nach den Plänen Batistas zum drittgrößten Hafen der Welt ausgebaut werden. Er soll als Umschlagsplatz für die immensen Ölvorkommen vor der brasilianischen Küste sowie für den Export von brasilianischem Eisenerz und Granit dienen.

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