Kuba / Politik / Menschenrechte

Kuba: Regierungsgegner erneut in Hungerstreik

Havanna. Der kubanische Regierungsgegner Guillermo Fariñas ist erneut in einem Hungerstreik getreten. Das berichten heute internationale Presseagenturen unter Berufung auf Dissidenten in Kuba. Mit seiner Aktion wolle er eine Untersuchung des Todes von Juan Wilfredo Soto García erreichen, erklärte Fariñas demnach. Der Regierungsgegner und Mitarbeiter von Fariñas war vor wenigen Wochen in einem kubanischen Krankenhaus gestorben. Systemgegner in Kuba hatten den Behörden daraufhin vorgeworfen, Soto ermordet zu haben.

Die Beschuldigung war von offizieller Seite vehement zurückgewiesen worden. Soto sei am dem 6. Mai in dem Krankenhaus "Arnaldo Milián" in der Provinz Santa Clara an den Folgen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse gestorben, heißt es damals unter Berufung auf die behandelnden Ärzte. Die pathologische Untersuchung habe weitere innere Erkrankungen nachgewiesen, Todesursache sei Multiorganversagen gewesen. Zugleich warf die sozialistische Regierung den Systemdissidenten eine "Diffamierungskampagne" vor.

Angehörige des kubanischen Dissidenten Juan Wilfredo Soto García waren zugleich Darstellungen entgegengetreten, nach denen der 46-jährige an den Folgen von Polizeigewalt gestorben ist. Es sei eine "Lüge", dass der Verstorbene geschlagen wurde, schrieb die staatliche Tageszeitung Granma unter Berufung auf die Schwester Soto Garcías. Die Leiche ihres Bruders habe keine Spuren von Gewaltanwendung gezeigt.

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