Venezuela: Goldförderung per Dekret verstaatlicht

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Auszug aus dem Amtsblatt von Montag
Auszug aus dem Amtsblatt von Montag

Caracas. Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat am Montag ein Dekret unterzeichnet, mit dem die Goldförderung des südamerikanischen Landes verstaatlicht wird. Demnach die Erschließung und Ausbeutung der Edelmetallvorkommen nur noch unter staatlicher Aufsicht zugelassen sein. Mit dem Schritt will die linksgerichtete Regierung des südamerikanischen Landes gegen illegale Schürfung vorgehen. Nach Angaben des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur werden derzeit rund 60 Prozent des zu Tage gebrachten Goldes illegal gefördert und zum großen Teil außer Landes geschafft.  Ein weiterer Nachteil der illegalen Goldräuberei ist die massive Verseuchung der Umwelt, etwa durch das hochgiftige Quecksilber.

Mit dem Präsidialdekret versucht die Chávez-Regierung zudem, dem Ressourcenraub entgegenzuwirken. Jedwedes auf dem nationalen Territorium geförderte Gold müsse  künftig „obligatorisch der Republik Venezuela verkauft und ausgehändigt“ werden, war am Montag im Amtsblatt, der Gaceta Ofical, zu lesen.

Zum künftigen Umgang mit der Goldförderung sollen Mischunternehmen mit einem 55-prozentigen Staatsanteil gegründet werden. Beteiligte Privatunternehmen müssen bis zu 13 Prozent des geförderten Golds an den Staat abführen. Die Quote kann auf bis zu drei Prozent reduziert werden, wenn den Projekten ein besonderer sozialer Nutzen bescheinigt wird.

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