Große Beteiligung am Plebiszit über Bildungsforderungen in Chile

Santiago de Chile. An einer selbstorganisierten Volksbefragung zu den Forderungen der Bildungsprotestbewegung am Freitag und Samstag haben mehr als 1,5 Millionen Chilenen teilgenommen – etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Aufgerufen hatten Studierenden- und Schülerverbände, die Lehrervereinigung, Gewerkschaften und andere Organisationen. Abstimmen konnten alle über 14 Jahre entweder an einem der zahlreichen Lokale in ganz Chile oder via Internet. Am Mittwoch wurden die vorläufigen Ergebnisse der Befragung bekannt gegeben: Demnach stimmten 93,2 Prozent für eine der wichtigsten Forderungen der Protestbewegung – eine kostenlose öffentliche Bildung – und sechs Prozent stimmten dagegen. Für die weiteren vier Hauptforderungen über die abgestimmt wurde, gab es eine ähnlich hohe Zustimmung. Die Endergebnisse sollen am kommenden Wochenende bekannt gegeben und beim Protesttag am Montag im Präsidentenpalast La Moneda übergeben werden.

Vertreter der rechten Regierungspartei Unión Demócrata Independiente (UDI) griffen die Initiative verbal an. Senator Víctor Pérez äußerte sich abwertend: "Ein ernstzunehmendes Land reagiert man nicht mit Plebisziten im kubanischen und chavistischen Stil."

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