Journalisten-Delegation unterstützt Basismedien in Honduras

Tegucigalpa. Von Anfang Juli bis Ende August befindet sich eine Gruppe von sechs deutschen und österreichischen Journalistinnen und Journalisten in Honduras. Ziel der Delegation ist die Beobachtung der Menschenrechtssituation in Honduras drei Jahre nach dem Putsch. Schwerpunkte sind die Situation von Journalistinnen und Radiomachern und die Einschränkungen von Presse- und Meinungsfreiheit.

Drohungen und Anschläge auf regierungskritischen Medien schränken die Arbeit von Journalisten in Honduras massiv ein. Seit dem Putsch 2009 wurden nach Angaben der Gruppierung Reporter ohne Grenzen in dem mittelamerikanischen Land 24 Journalisten getötet. Keiner dieser Morde wurde aufgeklärt. Mehrere hundert Mitglieder von sozialen Bewegungen sowie Angehörige der politischen Opposition wurden bedroht und gefoltert, mehr als 100 ermordet.

Mit dem Aufenthalt der europäischen Delegation soll deshalb auch die Sicherheit der honduranischen Radiomacher erhöht werden. Gleichzeitig sind gemeinsame Recherchen und Berichte zu Großprojekten im Tourismusbereich und der "Grünen Ökonomie" geplant, die die Lebensgrundlagen der indigenen Gemeinschaften gefährden. Weitere Themenschwerpunkte sind das neue Minengesetz, die Privatisierung von Wäldern und Flüssen und die geplanten Charter-Städte sowie der Einfluss europäischer Großunternehmen.

Die Delegation arbeitet dazu mit zwei Basisradios zusammen: La Voz Lenca (Die Stimme der Lenca) und Radio Coco Dulce (Radio Süße Kokosnuss). La Voz Lenca ist das Radio der indigenen Bewegung COPINH in der Bergregion um Intíbuca. Radio Coco Dulce gehört zu der Garifuna-Organisation OFRANEH in Triunfo de la Cruz an der Karibikküste des Landes.

Die Teilnehmer der Delegation berichten während des Aufenthaltes regelmäßig über aktuelle Ereignisse und Erfahrungen auf ihrem Blog.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr