Chile: Festnahmen nach Räumung besetzter Schulen

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Militärpolizeidringt in eine der besetzten Schulen in Santiago ein
Militärpolizeidringt in eine der besetzten Schulen in Santiago ein

Santiago. Die chilenische Militärpolizei hat bei der Räumung von vier besetzten Gymnasien in der Hauptstadt am Donnerstag mindestens 137 Schüler festgenommen. In den vergangenen Tagen waren mehrere weiterführende Schulen besetzt worden. Die Schüler und Studierenden fordern von der nationalen Regierung ein staatliches Bildungssystem, das kostenlose und hochwertige Bildung garantiert.

Wie die Korrespondentin des lateinamerikanischen Fernsehsenders Telesur in Chile, Beatriz Michell, berichtet, hatte der Bürgermeister von Santiago, Pablo Zalaquett, der Militärpolizei den Räumungsbefehl erteilt. Rückhalt bekam er dabei von Innenminister Rodrigo Hinzpeter, der seine volle Unterstützung für das polizeiliche Vorgehen erklärte. Nur auf diesem Weg sei "die öffentliche Ordnung und das Funktionieren der Gymnasien sichergestellt", so Hinzpeter. Chiles Präsident Sebastián Piñera hat sich bisher nicht zu den Forderungen der Schüler und Studierenden und zu ihren neuen Protestaktionen geäußert.

Während die ersten Räumungen durchgeführt wurden, besetzten Schüler zahlreiche weitere Gymnasien, auch außerhalb Santiagos. Die Bewegung weite sich immer mehr aus, so Michell.

Der Studierendenverband Chiles (CONFECH) hatte am vergangenen Wochenende die Intensivierung der Proteste zur Durchsetzung einer Reform des Bildungssystems angekündigt.

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