Affäre Assange: ALBA und Unasur stützen Ecuador, OAS zögert

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Treffen der Unasur-Außenminister
Treffen der Unasur-Außenminister

Guayaquil, Ecuador. Die lateinamerikanischen Regionalorganisationen ALBA und Unasur haben sich im diplomatischen Streit um das Asylverfahren des Wikileaks-Gründers Julian Assange demonstrativ vor Ecuador gestellt. In getrennten Dringlichkeitssitzungen in der ecuadorianischen Stadt Guayaquil verurteilten die Mitgliedsstaaten der Bolivarianischen Alternative für Amerika und der Union südamerikanischer Nationen die Drohungen Großbritanniens gegen Ecuador. Zugleich forderten die Organisationen die Regierung in London auf, das Recht auf Asyl zu respektieren.

Assange hat seit dem 19. Juni in der Botschaft Ecuadors in London Zuflucht gefunden. Am vergangenen Donnerstag entschied die Regierung des südamerikanischen Landes positiv über einen Asylantrag des 41-Jährigen. Der Fall eskalierte, als die britischen Behörden und die Regierung des Landes dem Aktivisten freies Geleit verweigerten. Dies ist nötig, damit er die Botschaft und das Land gefahrlos verlassen kann. Ecuadors Außenminister veröffentlichte eine diplomatische Note, in der Großbritannien indirekt mit der Erstürmung der Botschaft drohte.

Die Unasur verurteilte dieses Vorgehen nun in einer Sieben-Punkte-Erklärung. Darin erklärt sich die Organisation mit Ecuador solidarisch und fordert Respekt vor geltenden völkerrechtlichen Bestimmungen. Explizit genannt werden die Wiener Verträge über den Schutz diplomatischer Vertretungen von 1961 und 1963. Zugleich fordert die Unasur alle beteiligten Seiten zum Dialog auf.

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Das linksgerichtete Staatenbündnis ALBA warnte Großbritannien zugleich vor "ernsthaften Konsequenzen", wenn die Souveränität der Botschaft verletzt werde.

Zögerlich reagierte indes die US-dominierte Organisation Amerikanischer Staaten. Auch am zweiten Tag einer Dringlichkeitssitzung konnte sich die Organisation am Sonntag nicht auf die von Ecuador geforderte Einberufung eines Außenministertreffens für den 23. August einigen.

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