Aktivistinnen in Venezuela fordern Legalisierung der Abtreibung

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Aktivistin Tatiana Rojas
Aktivistin Tatiana Rojas

Mérida, Venezuela. In Venezuela hat die Debatte um die Legalisierung der Abtreibung Aufwind in der Öffentlichkeit erfahren. Feministinnen übermittelten einen Reformvorschlag an die Nationalversammlung, der die Abtreibung legalisieren soll.

Nachdem im letzten Monat die Abtreibung in Uruguay entkriminalisiert wurde, äußerte sich die feministische Aktivistin Tatiana Rojas in einem Fernsehinterview des staatlichen Senders VTV für eine öffentliche Diskussion über die Abtreibung auch in Venezuela. Die an die Nationalversammlung gerichteten Reformvorschläge fordern eine Legalisierung der Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche. Die aktuelle Gesetzgebung bestraft Abtreibung mit Freiheitsentzug von bis zu zwei Jahren.

"Abtreibung ist keine hypothetische situation, es ist Wirklichkeit, es wird jeden Tag von Frauen getan", betonte Rojas. "Es ist eine Wirklichkeit, mit der wir uns auseinandersetzen müssen." Ihre Organisation FALDAS (Feministinnen in freier und direkter Aktion für eine sichere Abtreibung) berate täglich viele Anruferinnen zu sicheren Abtreibungsmethoden.

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Eine Studie der Zentraluniversität Venezuelas in Caracas zeigt, dass 16 Prozent mütterlicher Sterbefälle auf heimliche Selbstversuche von Abtreibungen zurückgeführt werden können. Die offensichtlichen Risiken einer heimlichen Abtreibung sieht Rojas im Zusammenhang mit dem sozio-ökonomischen Hintergrund der betroffenen Frauen. Reiche Frauen könnten sich bei einer gewünschten Abtreibung unkompliziert und mit geringerem Risiko im Ausland oder einer Privatklinik behandeln lassen.

Bis jetzt ist das Thema Abtreibung in Venezuela durch weit verbreitete religiöse Ansichten ein Tabuthema. Dennoch zeigte sich die Aktivistin optimistisch bezüglich der Legalisierung durch die Nationalversammlung.

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