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06.07.2010 Venezuela / Soziales

Erfolge im Kampf gegen die Armut

Fortschritte bei Erreichung der UN-Millenniumsziele. Präsident der UN-Generalversammlung lobt Venezuela
Elías Eljuri, Präsident des venezolanischen Statistikinstituts (INE)

Elías Eljuri, Präsident des venezolanischen Statistikinstituts (INE)

Quelle: correodelorinoco.gob.ve

Caracas. Venezuela befindet sich auf bestem Wege, die Millenniumsziele der Vereinten Nationen in Bezug auf die Reduzierung der Armut zu erreichen. Wie der Präsident des venezolanischen Statistikinstituts (INE), Elías Eljuri, Ende Juni mitteilte, hat Venezuela einige der "Millenniumsziele" der Vereinten Nationen bereits erfüllt. So sei die Zahl der Menschen in Armut von 49 Prozent im Jahr 1998 auf 23 Prozent Ende 2009 gesunken. Im selben Zeitraum sei der Anteil der Menschen in extremer Armut von 21 Prozent auf nur noch sechs Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosigkeit, die nach der "Erdölsabotage" in den Jahren nach dem versuchten Putsch gegen Präsident Hugo Chávez zeitweise auf über 19 Prozent gestiegen war, befand sich Ende 2009 nur noch bei knapp sieben Prozent. Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise stieg sie danach wieder leicht und lag im April dieses Jahres bei 8,2 Prozent.

Die Millenniums-Entwicklungsziele der UN gehen auf die sogenannte "UN-Millennniumerklärung" aus dem Jahr 2000 zurück. Bei der 55. Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hatten sich alle 191 Mitgliedsstaaten auf eine Erklärung geeinigt, die das Hauptziel die Halbierung der Armut bis 2015 zu erreichen. Hinzu kamen sieben weitere Punkte wie die Ermöglichung einer Primarschulbildung für alle, die Gleichstellung der Geschlechter oder die Senkung der Kindersterblichkeit.

Bereits 2005 wurde Venezuela zu einem Land "frei von Analphabetismus" erklärt.  Auch in Bezug auf die Unterernährung von Kindern unter fünf Jahre hat der venezolanische Statistiker von Erfolgen zu berichten. Die Zahl dieser Gruppe sei von 7,7 auf 3,7 Prozent auf fast die Hälfte reduziert worden. Dies führte er vor allem auf staatliche Sozialprogramme zurück, die die venezolanische Regierung vor allem seit 2003 etabliert hat. So sei die Zahl der Kinder, die von kostenlosen Mahlzeiten in Schulen profitieren, von etwa 250.000 im Jahr 1999 auf inzwischen über vier Millionen angewachsen.

Die große Bedeutung der "Misiones" genannten Sozialprogramme zeigt sich in der Entwicklung der Sozialausgaben. Sie stiegen seit 1999 von 11,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 19,5 Prozent 2009. Die Sozialpolitik habe dazu geführt, dass der Human Development Index (HDI) Venezuelas von 0,78 im Jahr 1998 auf 0,84 im vergangenen Jahr gestiegen ist. Das Land gehört damit zur Gruppe der Staaten mit einem "hohen" Grad menschlicher Entwicklung. Gleichzeitig ist es eines der Länder mit der geringsten Ungleichheit in Lateinamerika. Der Gini-Koeffizient, der die Ungleichheit in der Verteilung des Wohlstands misst, sei im letzten Jahrzehnt von 0,48 auf 0,39 gefallen, wobei ein niedrigerer Wert mehr Gleichheit bedeutet.

Der Präsident der UN-Generalversammlung, Ali Abdussalam Treki, lobte die Entwicklungen der venezolanischen Sozialpolitik kürzlich als vorbildhaft für andere Länder. In Bezug auf den Bericht des Statistikinstituts sagte er: "Was Venezuela in Bezug auf die Millenniums-Entwicklungsziele erreicht hat, sollte als Modell für alle andere Länder dienen."

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