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22.11.2007 Kolumbien / Venezuela

Vermittlung abgebrochen

Kolumbianische Regierung entzieht Präsident Chávez überraschend das Mandat für Verhandlungen über Gefangenenaustausch
Vermittlung abgebrochen

Zu viel telefoniert? Chávez und Córdoba

Bogotá/Caracas. Die kolumbianische Regierung hat dem venezolanischen Staatschef Hugo Chávez am Mittwoch überraschend das Mandat für Vermittlungen im bewaffneten und sozialen Konflikt entzogen. Knapp zwei Monate, nachdem Chávez von seinem kolumbianischen Amtskollegen Álvaro Uribe beauftragt worden war, auf einen Austausch der Gefangenen von Regierung und Guerilla hin zu wirken, erklärte das Präsidialamt in Bogotá die Mission nun für beendet: "Der Präsident der Republik erklärt die Unterstützung der (kolumbianischen, d. Red.) Senatorin Piedad Córdoba und die Vermittlung von Präsident Hugo Chávez für beendet", hieß es in der kurzen Note. Bei beiden bedanke man sich für ihr Bemühen.

Die Mission war von Uribe erst am 31. August offiziell befürwortet worden. In den vergangenen Wochen hatte es aus Kolumbien jedoch wiederholt Widerstände gegen Chávez' Versuch gegeben, mit Vertretern der Guerillaorganisation "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) zu sprechen. Nach langen Debatten war vor wenigen Wochen ein erstes Treffen mit Guerilleros in Caracas zustande gekommen. Ziel der Gespräche war es, mit Chávez' Unterstützung einen Austausch der Gefangenen zwischen Regierung und Guerilla zu erreichen. Die FARC halten 45 Personen fest, unter ihnen die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt. In den staatlichen Gefängnissen sitzen rund 500 Guerilleros ein.

In der Erklärung des kolumbianischen Präsidialamtes wird der Abbruch der Verhandlungsmission damit begründet, dass Chávez telefonisch mit dem Chef des kolumbianischen Heeres, General Mario Montoya, in Verbindung getreten sei. Uribe habe sich direkte Kontakte seines Amtskollegen mit hochrangigen kolumbianischen Militärs ausdrücklich verbeten. Angehörige der Gefangenen der FARC zeigten sich in ersten Reaktionen geschockt von dem Abbruch der Beziehungen.


Ein Artikel in der Tageszeitung junge Welt zu dem Thema findet sich hier.

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