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Chávez unterstützt Irans Atompolitik

Venezuela verstärkt Zusammenarbeit mit Staaten in Nordafrika und im Mittleren Osten

Teheran. Venezuelas Präsident Hugo Chávez setzte am heutigen Samstag seine Reise durch den Mittleren Osten mit einem Besuch der Islamischen Republik Iran fort. Bei seiner Landung in Teheran am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) sagte der Comandante der Bolivarianischen Revolution: "Iran wird bei seinen Plänen für die friedliche Nutzung der Atomenergie nicht klein beigeben." Der Venezolaner sieht es als ein "souveränes Recht" des iranischen Volkes an, "all die Einrichtungen und Strukturen zu besitzen, um die Atomenergie für friedliche Zwecke einzusetzen", meldet der iranische Nachrichtensender PressTV.

Chávez hegt keine Zweifel an den ehrlichen Absichten der Regierung von Präsident Mahmud Achmadinedschad, seines wichtigsten Verbündeten im Mittleren Osten und auf globaler Ebene. Der Bolivarianer begründete seine Haltung mit der Feststellung, dass "es nicht einen einzigen Beweis gibt, dass Iran dabei ist, die Atombombe zu bauen". Er fügte, laut PressTV, hinzu, dass man schon bald auch ihn anklagen werde, in Venezuela an der Atombombe zu bauen. Chávez hat nie einen Hehl daraus gemacht, die vorhandene Atomtechnologie in seinem Land zu erweitern. In diesem Zusammenhang sprach er in Teheran von seiner Idee, mit iranischer Hilfe ein "nukleares Dorf" errichten zu wollen. Caracas verfügt bereits über einen Atomreaktor, der vor einigen Jahrzehnten mit US-Hilfe entstand.

Für den heutigen Samstagnachmittag ist sowohl ein offizielles wie auch ein privates Treffen zwischen Chávez und Achmadinedschad geplant. Außerdem wird damit gerechnet, dass der Venezolaner auch den obersten Führer der iranischen Revolution, Sayyed Ali Chamenei, treffen wird.

Das venezolanische Präsidialamt meldet, dass es sich bei Chávez' Aufenthalt in Teheran um seine achte Iran-Reise handelt. Zuletzt hatte er im April das Land besucht. Damals eröffneten Chávez und Achmadinedschad die erste venezolanisch-iranische Bank und unterzeichneten mehrere Wirtschaftsabkommen. Für Venezuela und andere progressive Staaten der Bolivarianischen Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA) ist der Iran ein wichtiger Partner, weil er ihnen die Technologie und das Know-How zur Verfügung stellt, um sich jene industriellen und ökonomischen Strukturen zu schaffen, die sie mittelfristig vom Import teurer Wirtschaftsgüter aus den USA und der Europäischen Union befreien werden. Aus der industriell-ökonomischen Zusammenarbeit erwuchs in den letzten fünf Jahren auch eine politische Kooperation. In der Vergangenheit hat sich Chávez immer konsequent auf die Seite seines Alliierten geschlagen, zuletzt im Juni, als der Westen die Rechtmäßigkeit der iranischen Präsidentschaftswahlen in frage stellte.

Vor seinem Iran-Aufenthalt besuchte Chávez Libyen, Algerien und Syrien. Nach seinem Teheran-Besuch wird der Venezolaner nach Weissrussland, Russland, Turkmenistan und Spanien weiterreisen.

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