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FARC: Friedensprozess muss verteidigt werden

Delegierte der FARC in Havanna. In der Mitte Iván Márquez

Delegierte der FARC in Havanna. In der Mitte Iván Márquez

Quelle: ciudadccs.info

Havanna. Die kolumbianische Guerillaorganisation FARC hat ihre Landsleute nachdrücklich dazu aufgerufen, den in der kubanischen Hauptstadt begonnenen Friedensprozess mit der kolumbianischen Regierung zu verteidigen. Die Sabotageversuche gegen die Aussöhnung und die Erfolge bei der Suche nach Übereinkünften dürften nicht toleriert werden.

Der Verhandlungsführer der Rebellen, Iván Márquez, hob zum Ende des achten Verhandlungszyklus der Friedensgespräche "die Entschlossenheit und den Optimismus" der FARC hervor und betonte, dass es die Sache aller Kolumbianer sei, sich für die politische Lösung des bewaffneten und sozialen Konfliktes einzusetzen.

Der Friedensdialog zwischen der größten Guerillabewegung des Landes und der kolumbianischen Regierung hatte am 19. November des vergangenen Jahres in Havanna begonnen. Die beidseitigen Erklärungen der Verhandlungspartner haben sowohl in der kolumbianischen als auch in internationalen Öffentlichkeit die Erwartung geweckt, dass eine Einigung über die Agrarfrage in greifbarer Nähe ist. Dies würde bedeuten, dass zum zweiten Hauptpunkt auf der vereinbarten Gesprächsagenda übergegangen werden kann: der politischen Partizipation.

Darauf bezugnehmend forderte Márquez vom kolumbianischen Staat, die politische Beteiligung der Bürger und die vollständige Demokratie ein. Eine demokratische Regierung stelle sich der politischen Option nicht entgegen. Sie fördere bei Bürgern und Militärangehörigen eine Kultur der Toleranz und lasse die Ermordung der gewaltsam Vertriebenen, die ihre Böden zurückfordern, nicht zu. Eine demokratische Regierung gehe "gegen die Verbrecher vor, die versuchen, die Führer des Marcha Patriótica auszurotten", so Márquez weiter.

Während FARC und Regierung am 3. Mai den achten Gesprächszyklus in Havanna beendeten und der Friedensdialog bis zum 13. Mai unterbrochen ist, beginnen in Kolumbien regionale Friedensforen, deren Schwerpunkt auf dem Umgang mit den Opfern des Konfliktes liegt. Mit diesen Initiativen wird versucht, den Basisorganisationen im Friedensdialog eine Stimme zu geben. Mit der Unterstützung der UNO werden neun Foren eröffnet, in denen Vorschläge gesammelt werden, die dann in den Dialog mit einbezogen werden sollen. Bereits bei den vorhergehenden Foren, die den Focus auf die "integrale landwirtschaftliche Entwicklung" legten, waren von 522 Organisationen des Landes, darunter auch Vertreter der Agrarindustrie, 546 Reformvorschläge ausgearbeitet worden, die an die Friedensdelegationen in Kuba überreicht wurden. Ende April hatten rund 1.200 Vertreter politischer Parteien und sozialer Organisationen beim"Forum zur politischen Partizipation" in Bogotá 400 Vorschläge zur Ermöglichung der Teilnahme am kolumbianischen politischen System vorgebracht, die Mitte Mai an die Delegationen der Rebellen und der Regierung übergeben werden.

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