Hohe Unterernährung bei Kindern in Paraguay

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Circa 1,2 Millionen Kinder in Paraguay leiden an Unter- und Mangelernährung
Circa 1,2 Millionen Kinder in Paraguay leiden an Unter- und Mangelernährung

Asunción. Paraguay ist eines der Länder mit der höchsten Anzahl von unterernährten Menschen in der Welt. Unter den Ländern Südamerikas belegt Paraguay den letzten Platz. Dies geht aus der diesjährigen Karte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) hervor, der größten humanitären Organisation der Welt.

Die Karte zeigt die Prävalenz von Unterernährung an der Gesamtbevölkerung zwischen 2010 und 2012. Der Indikator, der dafür verwendet wird, ist eine Schätzung des Bevölkerungsanteils, der keinen ausreichenden Zugang zu einer Ernährung mit Mindestkalorien hat, die eine gesunde Entwicklung ermöglicht. In Paraguay liegt dieser Anteil laut WFP bei 25 bis 34 Prozent der Bevölkerung.

Rafael Figueredo, Direktor des nationalen Instituts für Ernährung verwies darauf, dass in Paraguay circa 1,2 Millionen Kinder an Unter- und Mangelernährung leiden, bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 6,5 Millionen. Dabei handele es sich häufig um einen so genannten "versteckten Hunger", der das körperliche und geistige Wachstum der Kinder beeinträchtige. Diese Kinder hätten zwar Zugang zu Verpflegung mit einem hohen Brennwert, aber nur geringem Nährwert, erklärte er gegenüber dem Radiosender 780 AM. Seiner Ansicht nach könne die Zahl an Mangelernährung noch höher liegen, wenn nicht nur die Kalorien sondern auch die Zufuhr von wichtigen Nährstoffen wie Eiweiß, Kalzium, Zink und anderen Mineralien berücksichtigt würde. Von sechs Kindern im schulpflichtigen Alter leide mindestens eines an Unterernährung. Außerdem verwies Figueredo auf den hohen Prozentsatz an extremer Armut, der in Paraguay bei etwa 20 Prozent liegt.

Neben Paraguay weist unter den Ländern Lateinamerikas und der Karibik nur Guatemala einen ähnlich schlechten Index auf, während Haiti mit über 35 Prozent den letzten Platz belegt. Die Länder mit dem geringsten Anteil an Unterernährung in der Bevölkerung in Lateinamerika, unterhalb von fünf Prozent, sind Argentinien, Chile, Venezuela, Mexiko und Kuba.

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