Chile / Menschenrechte

Kampagne gegen restriktives Abtreibungsrecht in Chile

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Aktion der AFLD in Chile
Aktion der AFLD in Chile

Santiago de Chile. Feministische Organisationen in Chile haben von dem Parlament und Präsident Sebastián Piñera eine gesetzliche Regelung für sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche verlangt. Zurzeit werden in Chile alle Formen und Fälle von Abtreibung gesetzlich bestraft. Die chilenische Frauenorganisation AFLD kündigte eine Online-Kampagne auf ihrer Internetseite an, um Unterschriften für die Legalisierung der Abtreibung zu sammeln. So solle Druck auf die Regierung aufgebaut und eine öffentliche Diskussion zum Thema angestoßen werden.

Die Gesetzgebung zu Abtreibungen in Chile ist eine der strengsten der Welt. In den Jahren 1931 bis 1989 war die therapeutische Abtreibung unter der Zustimmung von zwei Ärzten erlaubt. 1989 jedoch, noch während der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990), wurde auch diese Ausnahme verboten.

Die AFLD fordert die Möglichkeit, dass Frauen und Mädchen eine freie und autonome Entscheidung treffen können. Die Organisation sieht dieses Recht als Teil der Bürgerrechte und weist darauf hin, dass diese den Frauen aberkannt würden, sollte ihnen das geforderte Recht vorenthalten bleiben.

Da Abtreibungen in Chile Straftaten sind, gibt es keine offiziellen Zahlen, wie viele Schwangerschaften tatsächlich abgebrochen werden. Nach Schätzungen der AFLD sind pro Jahr jedoch etwa 160.000 Chileninnen betroffen. Bei illegalisierten Abbrüchen ist das Gesundheitsrisiko für die betroffenen Frauen gegenüber einem geregelten Procedere relativ hoch. Die AFLD weist zudem darauf hin, dass durch Komplikationen infolge von Abtreibungen jährlich etwa 15 Millionen US-Dollar Zusatzkosten für das Gesundheitswesen des südamerikanischen Landes entstehen.

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