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Kolumbianische FARC-Guerilla erklärt einmonatige Waffenruhe

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Die Delegation der FARC verkündet in Havanna die unilaterale 30-tägige Waffenruhe
Die Delegation der FARC verkündet in Havanna die unilaterale 30-tägige Waffenruhe

Havanna/Bogotá. Pablo Catatumbo, einer der FARC-Verhandlungsführer bei den Friedensgesprächen in Havanna, hat im Rahmen einer Pressekonferenz eine einseitige Waffenruhe verkündet. Zu diesem Anlass verlas er ein Kommuniqué, das vom Oberkommando der FARC unterzeichnet ist:

"Und sei es auch nur eine einseitige Entscheidung, haben wir all unseren Guerilla-Einheiten den Befehl erteilt, ab 00.00 Uhr des 15. Dezember für 30 Tage alle Waffen und Feindseligkeiten ruhen zu lassen." Die Entscheidung, so führt das Kommuniqué weiter aus, entspreche dem tiefen Wunsch der kolumbianischen Bevölkerung nach Frieden und Ruhe.

Zugleich verwies Catatumbo darauf, dass die militärische Wachsamkeit der FARC davon nicht eingeschränkt sei: "Gleichzeitig werden wir aber den Befehl geben, wachsam gegenüber jeglicher feindlicher Militäroperation zu sein und diese sofort mit den entsprechenden Mitteln zu beantworten. Wir hoffen aber zugleich, dass die Regierung auf unser Angebot eingeht und ebenfalls eine Feuerpause anordnet."

Die Ankündigung erfolgte kurz nach einem Bombenanschlag am vergangenen Samstag auf eine Polizeistation in Inzá im Südwesten des Landes.  Der Anschlag, bei dem sechs Polizisten und zwei Zivilisten ums Leben kamen, wurde sofort der FARC-Guerilla zugeschrieben. Allerdings haben sich die FARC bis jetzt nicht dazu bekannt.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos reagierte auf die FARC-Initiative während einer Sitzung seines Sicherheitsrates in Popayán, der Hauptstadt des Cauca: "Wir können unsere Achtsamkeit keine Minute ruhen lassen und ich betone nochmals, dass wir die Militäroffensive aufrecht erhalten werden bis zu dem Moment, in dem wir  zu einer Vereinbarung gekommen sind. Von da an können wir gerne anfangen, über eine Waffenruhe nachzudenken.“

Es ist das zweite Mal, dass die FARC eine einseitige Waffenruhe im Verlauf der Friedensgespräche erklären. Zu Beginn der Verhandlungen im Dezember 2013 hatten sie bereits eine Waffenruhe verkündet, die zwei Monate währte.

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