Kolumbien / Politik

FARC: Santos hält an militaristischem Konzept fest

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Der Sprecher der FARC-Delegation, Iván Márquez, am Donnerstag in Havanna
Der Sprecher der FARC-Delegation, Iván Márquez, am Donnerstag in Havanna

Havanna. Die Friedensdelegation der FARC-Guerilla hat Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos vorgeworfen, "den Krieg zu eskalieren", während er mit der Rebellenorganisation über den Frieden verhandle.

Zum Abschluss der 19. Gesprächsrunde in der kubanischen Hauptstadt Havanna sagte der Sprecher der Delegation, Iván Márquez, Santos täusche sich, wenn er glaube, er werde "mit einer militaristischen Konzeption die Welt davon überzeugen, dass der Staatsterrorismus der Schlüssel für den Frieden ist." Dies käme einer Verzerrung der Realität gleich, und sei "mehr ein Delirium voller unnötiger Prahlereien als Ausdruck einer kohärenten Politik, die Garantien bietet, um den Friedensprozess voranzubringen."

Márquez reagierte damit auf Äußerungen von Santos bei dessen Besuch in Spanien. Kolumbiens Präsident hatte erklärt, die Verhandlungen in Havanna wären schwieriger, wenn die FARC nicht ein klares Gefühl der Niederlage hätten. Seine Anweisung an die Streitkräfte habe von Anfang an gelautet: "Kämpfen, als gäbe es keinen Friedensprozess" – und an die Regierungsdelegation in Havanna: "Den Dialog führen, als gäbe es keinen Konflikt."

Unterdessen berichtete Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón am Donnerstag bei einem öffentlichen Akt auf der Luftwaffenbasis Apiay im Departement Meta über die Offensive von Armee und Polizei der vergangenen vier Tage gegen die Rebellen. Dabei seien 27 FARC-Guerilleros getötet worden, 14 allein bei Bombardierungen der Mobilen Kolonne Alfonso Castellanos in Arauca. Bislang seien im Januar insgesamt 38 Guerilleros getötet und 76 festgenommen worden, sagte Pinzón und nannte diese Bilanz "ausgezeichnet".

Zur Ankündigung von Uruguays Präsident José Mujica, er werde nach dem Celac-Gipfel in Havanna an einem Treffen mit Vertretern der FARC und dem Präsidenten Kolumbiens teilnehmen, sagte Santos, davon sei ihm nichts bekannt, "aber möglicherweise geschieht das". Mujica hatte mehrfach eine Vermittlung zwischen den Kriegsparteien angeboten.

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