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Ecuador: Celac soll Mechanismen gegen Spionage schaffen

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Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño
Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño

Havanna. Ecuador wird beim Celac-Gipfeltreffen vorschlagen, dass die Gemeinschaft Möglichkeiten zur Schaffung neuer Kommunikationsmechanismen prüft, um sich vor Spionage zu schützen. Dies kündigte Außenminister Ricardo Patiño an. Der Gipfel findet am 28. und 29. Januar in der kubanischen Hauptstadt Havanna statt.

"Wir werden prüfen, ob es innerhalb der Celac möglich ist daran zu arbeiten, unsere eigenen technologischen Kommunikationsmechanismen zu haben", so Patiño. Zum Beispiel könnten Glasfaserkabel zwischen den Mitgliedsstaaten gelegt werden. Derzeit liefen diese alle in die USA "und dort werden sämtliche Informationen gesammelt", sagte er am Freitag nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Costa Rica, Enrique Castillo.

Die Celac-Länder sollten darauf bestehen, nicht weiter ausspioniert zu werden. Die internationalen Normen müssten erfüllt werden. "Wir haben das Recht auf Privatsphäre in unserer Korrespondenz" – das gelte für alle Bürger und noch mehr die Präsidenten der Republiken, betonte der Außenminister.

Im Juli des vergangenen Jahres hatte der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden enthüllt, dass sich ein Spionage-Netzwerk der USA über ganz Lateinamerika ausbreitet. Schwerpunkte der Spionageaktivitäten waren demnach Brasilien, Mexiko und Kolumbien, Venezuela, Argentinien, Ecuador, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, Paraguay, Chile, Peru und El Salvador. Offen wurde auch, dass die NSATelefongespräche, E-Mails und SMS zwischen Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und engen Regierungsberatern abgehört und mitgelesen hat. Auch das Telekommunikationsnetz von Mexikos Nationaler Sicherheitskommission (CNS) wurde infiltriert. Andere Dokumente belegten Wirtschaftsspionage gegen verbündete Staaten, darunter Mexiko und Brasilien.

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