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Lateinamerikanische Staaten verurteilen Gewalt in Venezuela

ALBA-Präsidenten

Die Präsidenten von Venezuela, Bolivien, Ecuador und Nicaragua beim ALBA-Gipfel im Juli 2013

Quelle: flickr.com

Buenos Aires/Havanna/La Paz/Managua/Quito. Mehrere lateinamerikanische Regierungen haben zu den Ereignissen der vergangenen Tage in Venezuela Stellung genommen. So erklärte Boliviens Außenminister David Choquehuanca die Unterstützung der Regierung von Evo Morales für die Demokratie in Venezuela und Präsident Nicolás Maduro. "Wir wollen unsere totale Ablehnung jedweder Destabilisierungsversuche und putschistischer Abenteuer in Venezuela ausdrücken." Die gewalttätigen Demonstrationen der Opposition in Caracas stellten einen "Angriff auf die Demokratien in der Region" dar, so Choquehuanca.

Kubas Regierung "verurteilt energisch die Versuche eines Staatsstreichs gegen die verfassungsmäßige Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums des Inselstaates. Kuba unterstütze die Anstrengungen der bolivarischen Regierung, "den Frieden zu sichern, alle Sektoren des Landes einzubeziehen und die sozio-ökonomische Entwicklung dieser Nation voranzutreiben".

Auch Ecuadors Regierung machte in einem Kommuniqué ihre Ablehnung der Gewaltausbrüche in Venezuela deutlich. "Die Regierung Ecuadors verurteilt die Gewalttaten und den Vandalismus, den unverantwortliche Teile der Opposition in Venezuela hervorgerufen haben", hieß es in der offiziellen Stellungnahme. Der Andenstaat sprach sich für die Respektierung der verfassungsmäßigen Ordnung aus und sicherte Präsident Maduro die "volle Unterstützung" zu. Juan Meriguete, ein Berater des ecuadorianischen Außenministers, verwies auf das Abkommen über den Schutz und die Verteidigung der Demokratie, das die südamerikanischen Staaten im Rahmen der UNASUR unterzeichnet haben. "Wir werden keinen erneuten Staatsstreich zulassen, weder in Venezuela noch irgendwo in Lateinamerika", sagte Meriguete.

Aus Nicaragua ließ die Regierung Daniel Ortegas verlauten, sie weise "die Politik des Hasses der Rechten" zurück. Sie sprach den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus und bekräftigte "die Solidarität mit dem venezolanischen Volk und seinem Präsidenten".

Die Regierung Argentiniens ließ über ihr Außenministerium ihr Bedauern über die Ereignisse in Caracas mitteilen. "Es ist daran zu erinnern, dass das venezolanische Volk vor weniger als einem Jahr auf friedliche und demokratische Weise Nicolás Maduro zum Präsidenten gewählt hat", schrieb das Ministerium. Das Erbe der Repression und der Menschenrechtsverletzungen, das die Militärdiktaturen in Lateinamerika hinterlassen hätten, müsse überwunden werden, daher sei die aktive Solidarität zwischen den demokratischen Staaten die vorrangige Aufgabe in dieser Region. Die Demokratie müsse gegen "autoritäre Gruppen" verteidigt werden, die durch den Umsturz demokratisch gewählter Regierungen ihre partikulären Interessen durchzusetzen versuchten.

Nach Demonstrationen oppositioneller Studenten war es am Mittwoch in mehreren Städten Venezuelas zu schweren Ausschreitungen und zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Drei Menschen kamen ums Leben, mindestens 60 wurden verletzt und mehr als 70 festgenommen.

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