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28.04.2016 Kuba / Soziales / Wirtschaft

Kuba entwickelt erfolgreich Medikamente

Logo der staatlichen kubanischen Unternehmensgruppe BioCubaFarma

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Havanna. Mehrere klinische Studien haben Behandlungserfolge durch einen neuen monoklonalen Antikörper bewiesen, der in Kuba entwickelt wurde. Dieser Antikörper mit der Bezeichnung Nimotuzumab wird dort zur Behandlung von Tumoren des Kopfes, Halses, des Gehirns, der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse in Kombination mit Radio- und Chemotherapie angewandt. Die Tests zeigen, dass er eine Verlängerung der Überlebenszeit der an diesen Krebsarten erkrankten Patienten ermöglicht. Derzeit finden noch 27 klinische Studien statt, um die Sicherheit und die Wirksamkeit bei weiteren elf verschiedenen Krebsarten zu erforschen. Einige der Studien finden in Japan, Südkorea, Indonesien und den Philippinen statt. Vorher wurden bereits insgesamt 37 Studien abgeschlossen, die in Ländern wie Kanada, Indien, Deutschland, China und Brasilien durchgeführt worden waren. Nimotuzumab ist bereits in 24 Ländern zugelassen worden.

Das Medikament wurde von Ärzten im Zentrum für Molekulare Immunologie entwickelt, das zur staatlichen Unternehmensgruppe BioCubaFarma gehört. Der Antikörper ist Teil einer Entwicklungslinie von Mitteln, mit denen das Wachstum eines Tumors blockiert und dessen Größe reduziert werden soll. Damit würden Tumore in ein chronisch kontrollierbares Leiden verwandelt werden, das eine weitgehend akzeptable Lebensqualität ermöglicht. Dies wurde kürzlich beim 9. Internationalen Wissenschaftskongress "Nimomeeting" in Havanna unter 150 Forschern aus 19 Ländern genauer erörtert.

Darüber hinaus wurde kürzlich auch ein Breitbandantibiotikum vorgestellt und ausgezeichnet, mit dem schwere Infektionen bei Intensivpatienten behandelt werden. Dieses Medikament mit dem Titel "Meropenem" wurde ebenfalls jahrelangen Tests unterzogen und bietet den Vorteil, dass es kostspielige Importe vermeiden hilft und die Behandlungskosten reduziert. Vom kubanischen Wissenschafts- und Technologieministerium (CITMA) wurde dieses Breitbandantibiotikum mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Entwickelt wurde es durch das Unternehmen “8 de Marzo Pharmaceutical”, das 1981 zu Ehren des Internationalen Frauentages eröffnet wurde. Es gehört ebenfalls der BioCubaFarma-Gruppe an.

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