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Marsch für Oscar López Rivera in Puerto Rico

"Freiheit für Oscar López Rivera"

"Freiheit für Oscar López Rivera"

San Juan. Tausende Puerto Ricaner haben für die Freilassung von Oscar López Rivera aus U.S. Gefangenschaft demonstriert. Organisiert wurde der Marsch anlässlich des 35. Jahrestages der Verhaftung Riveras vom Komitee für Menschenrechte Puerto Ricos. Dessen Sprecher, Eduardo Villanueva Muñoz, betonte, dass es sich nicht um einen Freiheits- sondern um einen Freilassungsmarsch handele. Man könne keinen "freien Mann befreien, der sich der Unabhängigkeit und Souveränität seines Heimatlandes verschrieben hat", so Muñoz. An US-Präsident Barack Obama appellierten die Demonstranten, Rivera zu begnadigen. Zudem will die Gruppe für den 20. Juni erneut einen Marsch organisieren, da dann in den Vereinten Nationen erneut der Kolonialstatus Puerto Ricos bewertet werden soll und damit der Druck für die Entlassung Riveras erhöht werden könnte.

Der heute 73-jährige Rivera, der 1981 wegen "Verschwörung zum Sturz der Regierung der USA in Puerto Rico" und Mitgliedschaft in der Guerillaorganisation Bewaffnete Streitkräfte der Nationalen Befreiung (FALN) festgenommen und zu 55 Jahren Haft verurteilt worden war, ist mit derzeit 35 Jahren Haftzeit einer der am längsten inhaftierten politischen Gefangenen. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bezeichnete Rivera als den "Mandela dieser Zeit, dessen einziges Verbrechen es ist, die Unabhängigkeit Puerto Ricos zu fordern".

Auch Bernie Sanders, der Bewerber der Demokratischen Partei um die Präsidentschaftskandidatur in den USA, bewertet die Politik der Vereinigten Staaten hinsichtlich Puerto Ricos als überholt und kündigte an, der Inselgruppe im Falle seines Wahlsieges die Möglichkeit zu eröffnen, vollständiges Bundesland der USA zu werden oder in einem Referendum ihre Unabhängigkeit zu erlangen.

Puerto Rico wurde 1898 von den USA besetzt und hat seit Juli 1952 den Status eines "frei assoziierten Staates der USA". Dies bedeutet einen gewissen Grad an Autonomie, wobei die Verteidigung, die Grenzregelungen und die internationale Politik von Washington bestimmt werden.

Die FALN kämpfte in den 1970er und 1980er Jahren für die vollständige Unabhängigkeit Puerto Ricos und führte in den USA zahlreiche Sabotageaktionen durch. Im Jahr 1999 begnadigte US-Präsident William Clinton 16 der puertoricanischen Gefangenen, die im Zusammenhang mit Handlungen der FALN und der Los Macheteros, einer weiteren Gruppe für die Unabhängigkeit, verurteilt worden waren. López Rivera verweigerte damals die Zustimmung zur Begnadigung, weil sie seine Mitkämpfer Carlos Alberto Torres und Haydee Beltran nicht mit einschloss. Torres und Beltran sind inzwischen in Freiheit.

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