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13.12.2016 Guatemala / Menschenrechte

Erzbistum in Guatemala vergibt Menschenrechtspreis an indigene Aktivisten

Die ausgezeichneten Q'eqchi' Frauen bei der Verleihung des Ordens

Die ausgezeichneten Q'eqchi' Frauen bei der Verleihung des Ordens

Guatemala-Stadt. Das Menschenrechtsbüro des guatemaltekischen Erzbistums hat den "Orden Bischof Juan José Gerardi Conedera für Menschenrechte" 2016 an die Vereinigung Jalok’U  der 14 Maya Q’eqchi’ Frauen für ihren jahrzehntelangen Kampf um Gerechtigkeit und an indigene Gemeindeführer verliehen.

Die Frauen waren von 1982 bis 1983 im Militärposten Sepur Zarco vergewaltigt und versklavt worden. Im Februar dieses Jahres wurden deshalb zwei Militärkommandanten in einem historischen Urteil zu lebenslänglicher Haft wegen sexueller Sklaverei verurteilt. Demancia Yat, Präsidentin der Vereinigung Jalok’U, dankte für die Anerkennung mit den Worten: "Unser Kampf, die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen ist für alle Frauen auf dieser Welt, die vergewaltigt werden.“

Ebenso wurde der Orden an sechs Aktivisten aus dem Norden des Departements Huehuetenango vergeben, die im Juli 2016 freigesprochen wurden, nachdem sie 2015 ungerechtfertigt inhaftiert worden waren. Die indigenen Gemeindeführer wehren sich gegen Übergriffe von Wasserkraftunternehmen auf ihrem Territorium und werden seit Jahren kriminalisiert. Rigoberto Juárez führte in seiner Dankesrede aus, dass sie "durch ihren Kampf um das Leben unter Verfolgung litten und heute, wenn wir an die Menschenrechte denken, wissen wir, dass die Menschenrechte dazu da sind, das Leben zu verbessern und nicht zu unterdrücken.“

In jedem Jahr um den Internationalen Tag der Menschenrechte herum vergibt das Menschenrechtsbüro des Erzbistums von Guatemala den "Orden Bischof Gerardi für Menschenrechte". Die katholische Kirche will mit der Verleihung nach eigenen Angaben zu einer gerechteren und weniger ausschließenden Gesellschaft beitragen. Laut Erzbischof Oscar Julio Vián soll mit der Vergabe des Ordens auch die Arbeit des 1998 ermorderten Bischof Juan Gerardi am Leben erhalten werden. Dieser wurde wenige Tage nach der Veröffentlichung des Wahrheitsberichts des Erzbistums über die Menschenrechtsverletzungen während des internen bewaffneten Konflikts von 1960 bis 1996 ermordet.

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