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04.01.2017 Mexiko / Politik / Soziales / Wirtschaft

Anstieg der Benzin- und Dieselpreise in Mexiko sorgt für Proteste

Proteste in Mexiko gegen die als "Gasolinazo" bezeichnete Preissteigerung

Proteste in Mexiko gegen die als "Gasolinazo" bezeichnete Preissteigerung von Benzin und Diesel

Mexiko-Stadt. In Mexiko finden derzeit landesweit Proteste gegen eine überdurchschnittliche Erhöhung der Kraftstoffpreise statt. Die Preissteigerung war erst am vergangenen Dienstag für dieses Jahr angekündigt worden. Mit dem 1. Januar stiegen die Preise für Benzin um 16 und für Diesel um 20 Prozent. Nach der Ankündigung der Teuerung wurde in mindestens dreizehn Bundesstaaten Benzin und Diesel knapp, weil viele Menschen noch vor Jahreswechsel den Kraftstoff in großen Mengen zu alten Preisen kauften.

Nach Berechnungen der Forschungsabteilung der Finanzgruppe BBVA wird die Erhöhung des Treibstoffpreises bis Mitte des Jahres zu einer Steigerung der Inflation von etwa fünf Prozent führen und somit Auswirkungen auf die Reallöhne und die Kaufkraft der mexikanischen Bevölkerung haben. Der Anstieg des Preises sei im internationalen Vergleich überdurchschnittlich. Das könnte auch zu großen Auswirkungen für mittlere und kleine Betriebe und gegebenenfalls zu deren Bankrott führen, so BBVA Research weiter.

Im Gegensatz dazu zeigte sich das mexikanische Finanzministerium davon überzeugt, dass die Maßnahme mit den internationalen Entwicklungen im Rohölsektor zu begründen ist. Es handele sich dabei nicht um eine willkürliche Erhöhung der Abgaben.

Eine Ursache für den massiven Anstieg des Treibstoffpreises ist die graduelle Öffnung der bislang weitgehend staatlichen Energiewirtschaft Mexikos, die mit der Energiereform 2014 von der Regierung unter Präsident Enrique Peña Nieto beschlossen wurde. Allerdings war deren Umsetzung ab 2018 vorgesehen, die Pläne wurden nun von der Regierung um ein Jahr vorverlegt. Mit der Reform wird die Öffnung des Gas- und Ölsektors für private Investoren ermöglicht, die wohl auch die Monopolstellung des staatlichen Ölunternehmens Petróleos Mexicanos (Pemex) kosten wird.

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