Regierung und Opposition in Venezuela vom Bauriesen Odebrecht aus Brasilien finanziert?

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Nicolás Maduro am Grab von Hugo Chávez: Geld aus Brasilien?
Nicolás Maduro am Grab von Hugo Chávez: Floss in den Jahren zuvor Geld aus Brasilien?

Caracas/Brasília. Das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht hat angeblich während der Präsidentschaftswahlen in Venezuela 2012 sowohl die Kampagne des verstorbenen Ex-Präsidenten Hugo Chávez (1999-2013), als auch des Oppositionskandidaten Henrique Capriles finanziert. Der Ex-Odebrecht-Manager Euzenando Azevedo hatte dies im Rahmen von Ermittlungen der brasilianischen Justiz zur Aufarbeitung des weltweiten Korruptionsskandals ausgesagt, in dem seit 2014 gegen Odebrecht ermittelt wird.

Kürzlich hatte die bereits verurteilte brasilianische Publizistin, Mónica Moura, behauptet, dass der Konzern die Wahlkampagne des Präsidenten Chávez, die das Ehepaar Moura organisiert habe, zu großen Teilen finanziert hätte. Nachdem im Vorfeld der Wahlen ein möglicher Sieg des Oppositionskandidaten Capriles nicht mehr auszuschließen gewesen sei, soll Odebrecht versucht haben, Kontakte zu ihm zu knüpfen, um sich im Falle eines Regierungswechsels weiterhin Zugang zu Bauaufträgen in Venezuela zu sichern. Als dies durch den venezolanischen Geheimdienst bekannt geworden sei, soll der damalige Außenminister Nicolás Maduro mit der Kündigung aller laufenden Verträge mit Odebrecht gedroht haben. Maduro habe selbst elf Millionen US-Dollar des Baukonzerns an Moura übergeben, um die Wahlkampagne des damaligen Präsidenten Chávez zu finanzieren. Das Geld hierfür stammte jedoch laut Moura aus den Kassen des halbstaatlichen brasilianischen Erdölkonzerns Petrobras.

Nach einem Bericht des US-Justizministeriums aus dem Jahr 2016 soll Odebrecht gestanden haben, im Laufe der letzten 16 Jahre Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt einer Milliarde US-Dollar in zwölf Ländern für Verträge für Großprojekte im Infrastrukturbereich gezahlt haben. Odebrecht hat eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Justiz unterzeichnet, um das Strafmaß für 77 angeklagte Funktionäre zu reduzieren und zur Aufklärung des Skandals beizutragen. In diesem Rahmen kamen auch die jüngsten Aussagen zustande, nach denen der größte Baukonzern Lateinamerikas Wahlkampagnen unter anderem in Brasilien (Dilma Rousseff), Argentinien (Mauricio Macri), Peru (Ollanta Humala) und Kolumbien (Juan Manuel Santos) finanziert habe.

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