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27.07.2017 Mexiko / USA / Politik

Juni 2017 war der gewalttätigste Monat seit 20 Jahren in Mexiko

Karte mit statistischen Daten zur Gewalt in Mexiko

Karte mit statistischen Daten zur Gewalt in Mexiko

Lizenz: https://www.gob.mx/terminos

Mexiko-Stadt. Laut dem Bericht des Sekretariats des Exekutivorgans für Nationale Sicherheit in Mexiko (SESNSP) war der Juni 2017 der gewalttätigste Monat seit 20 Jahren. Das Sekretariat beruft sich in seinem Bericht auf die offiziellen Daten, die die Staatsanwälte der 32 mexikanischen Bundesländer zur Verfügung stellen. Die Behörden haben für den Monat Juni 2.234 Totschlagsdelikte (homicidios dolosos) im ganzen Land dokumentiert. Im Juni des vergangenen Jahres waren es 2.191 Fälle.

Die Anzahl von 2.234 dokumentierten Totschlagsdelikte im Monat Juni 2017 liegt damit über der monatlichen Zahl entsprechender Delikte in allen Monaten seit 2006, als der damalige Präsident (2006-2012) Felipe Calderón den Krieg gegen die organisierte Kriminalität erklärt hatte.

In seinem Bericht dokumentiert das SESNSP alle gemeldeten Entführungs-, Erpressungs- und Tötungsfälle von Januar bis Juni 2017 im ganzen Land. Die Behörde stellte fest, dass auch diese Delikte alle seit 1997 registrierten Ziffern übertreffen. 

Die genannten Tötungsdelikte sind in dem ersten halben Jahr 20017 um 30 Prozent in Vergleich mit 2016 gestiegen. Die mexikanischen Bundesstaaten mit der höchsten Anzahl von Totschlagsdelikten sind Guerrero mit 1.161 Fällen, gefolgt von Estado de México mit 1.026. Auf dem dritten Platz liegt Baja California mit 922 registrierten Fällen.

Im ersten Halbjahr 2017 haben die Behörden 12.155 Ermittlungsakten angelegt. Für den gleichen Zeitraum im Jahr 2016 waren es nur 9.300 Ermittlungsakten. 

In dem Zeitraum von 1997 bis 2017 sind insgesamt 322.463 Personen in Mexiko getötet worden. Die meisten der Opfer standen im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen kriminellen Gruppen, die um die Kontrolle der Routen für den Schmuggel von Drogen konkurrieren, so der Bericht. 

Bei den Tötungsdelikten im Jahr 1997, waren im Durchschnitt 15 Prozent der Tötungen durch Schusswaffen verübt worden. Im Jahr 2016 waren es 61 Prozent und 2017 66 Prozent.

Auch die Anzahl der Entführungen ist in den ersten sechs Monaten gestiegen. Das Bundesland mit den meisten registrierten Entführungen ist Tamaulipas, an der Grenze zu den USA, mit 105 Fällen, gefolgt von Veracruz mit 84 Fälle und Estado de México mit 81 Fällen. Die Behörden haben allein im Juni 2017, 108 Ermittlungsakten angelegt. 

Von Mai bis Juni 2017 gab es im Bundesstaat Estado de Mexico die höchste Anzahl von Erpressungen mit 419 gemeldeten Fällen. An zweiter Stelle liegt Nuevo León mit 338 Fällen. Tlaxcala mit einem Fall von Erpressungen und Guanajuato mit zwei Fällen liegen am Ende der Skala.

Von Januar bis Juni 2017 ist die Kriminalität im ganzen Land gestiegen. Der Bundesstaat mit den geringsten Deliktsfällen in den ersten sechs Monaten ist Campeche mit 958 Fällen, in Vergleich zu 135.843 Fällen in Estado de México.

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