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Streik gegen Erdölkonzern Ecopetrol in Kolumbien

Protest gegen den kolumbianischen Ölkonzern Ecopetrol im Department Cesar

Protest gegen den kolumbianischen Ölkonzern Ecopetrol im Department Cesar

Bogotá. Seit zwei Monaten streiken und protestieren die Bewohner der Gemeinden Ayacucho und La Mata im Department Cesar im Nordosten Kolumbiens gegen die Firma Ecopetrol. Sie werfen dem kolumbianischen Erdölunternehmen vor, seinen Zusagen im Hinblick auf Umweltschutz, Einhaltung von Arbeitsrechten und sozialer Verpflichtung nicht nachzukommen und fordern neue Verhandlungen. Nach nunmehr 57 Tagen andauernder Proteste willigte die Unternehmensleitung ein, mit den Demonstranten zu sprechen.

Bereits seit 2011 kommt es in der Region immer wieder zu Protesten gegen Ecopetrol, die zugesagt hatte, in den Bau von Infrastruktur wie Straßen und in Schulen zu investieren. Laut Gewerkschaften sei davon allerdings nichts umgesetzt worden. Zudem habe die Tätigkeit des teilweise staatlichen Unternehmens gegen alle vereinbarten Umweltschutzrichtlinien verstoßen: Mehrere Flüsse seien vollständig ausgetrocknet, die Rückstände des Betriebs würden nicht entsorgt, sondern in der Region illegal aufgeschüttet und das Wasser sei verseucht.

Die Streikenden kündigten an, solange durchzuhalten, bis Ecopetrol sich auf die Forderungen einlässt und glaubwürdige Maßnahmen zum Schutz der Rechte der Bevölkerung einleitet. Im Verlauf der Proteste kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Das Zugeständnis der Firmenleitung an die demonstrierenden Arbeiter könnte ein erster Schritt sein, so die Anwaltsgruppe Equipo Juridico Pueblos und die Gewerkschaft USO.  

Am vergangenen Montag gab es zudem einen Anschlag auf die Ölpipeline Caño Limón derselben Firma in Norte de Santander, knapp 200 Kilometer von den streikenden Gemeinden entfernt. Dabei trat Rohöl aus, der Schaden konnte jedoch noch am selben Tag behoben werden, da sich Arbeiter von Ecopetrol nahe der Angriffsstelle aufhielten. Für den Anschlag wird die Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) verantwortlich gemacht, die derzeit mit der Regierung Verhandlungen zur Beendigung des bewaffneten Konfliktes führt. Auf das Konto dieser Organisation gehen zahlreiche Angriffe auf Infrastrukturen von Unternehmen, besonders im Bergbausektor.

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