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05.09.2017 Mexiko / USA / Menschenrechte

UNO: Suche nach den 43 Studenten in Mexiko muss beschleunigt werden

"Wir werden nicht zur Ruhe kommen, bis wir sie wieder finden. Ayotzinapa, drei Jahre. Es war der Staat!"

"Wir werden nicht zur Ruhe kommen, bis wir sie wieder finden. Ayotzinapa, drei Jahre. Es war der Staat!"

Quelle: facebook.com

Mexiko-Stadt. Vertreter der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) und der Vereinten Nationen (UNO) haben bei ihrem dritten Besuch in Mexiko die Umsetzung ihrer Empfehlungen an dem mexikanischen Staat in dem Fall Iguala überprüft.

Die Empfehlungen beziehen sich auf die vier Hauptermittlungslinien, die dazu beitragen sollen, den Verbleib der 43 seit 2014 verschwundenen Lehramtsstudenten festzustellen. Die Hauptermittlungslinien sind: Die Befragung des Militärbataillons, das am Tag des Verbrechens im Einsatz war. Die Verfolgung der registrierten Anrufe, die von den Handys der Opfer Tage später noch gemacht wurden. Die Aufklärung aller Umstände der Tatsache, dass einer der von den Lehramtsstudenten gekaperten Reisebusse mit dem Reiseziel Chicago, USA, offensichtlich Drogen geladen hatte. Die Untersuchung der Hinweise, dass die jungen Männer von Bundespolizisten zur Gemeinde Huitzuco im mexikanischen Bundesstaat Guerrero gebracht wurden. 

Die CIDH drängt den mexikanischen Staat dazu, die Suche der 43 Lehramtsstudenten zu beschleunigen und die Hauptermittlungslinien einzuleiten. "Das mögliche Schmuggeln von Drogen von Guerrero in Mexiko Richtung USA ist von großer Wichtigkeit und muss dringend untersucht werden".

Auch die Familienangehörigen der Opfer und Anwälte der Eltern werfen der mexikanischen Regierung vor, weder seriöse noch gründliche Ermittlungen eingeleitet zu haben. Die 43 jungen Männer sind in der Nacht zum 27. September 2014 in der Stadt Iguala im mexikanischen Bundesstaat Guerrero von Bundespolizisten angegriffen und verschleppt worden. Seit dem sind sie verschwunden.

Außerdem sind drei weitere Studenten erschossen worden. Ein Student liegt seitdem im Koma. Einem weiteren wurde ins Gesicht geschossen und er musste mehrmals operiert werden, um überhaupt wieder trinken und essen zu können.

Die mexikanische Regierung hält an ihrer Version fest: Die jungen Männer seien von drei Mitgliedern der kriminellen Gruppe Guerreros Unidos ermordet und in der Müllkippe der Gemeinde Iguala verbrannt worden. Die Aschen hätten sie dann in den nahe liegenden Fluss geworfen. Diese These wurde von unabhängigen Experten (GIEI) für unhaltbar erklärt.

Zudem forderte der Kommissar der Vereinten Nationen, Jan Jarab, von der mexikanischen Regierung die Befugnisse der UNO anzuerkennen, damit diese auch einzelne Fälle von Verschwindenlassen in Mexiko prüfen kann. In Mexiko gibt es laut Zahlen der UNO und der Menschenrechtorganisationen mehr als 32.000 Personen, die als Verschwunden gemeldet sind. "Es ist erforderlich, dass Mexiko die internationalen Abkommen gegen dieses Verbrechen einhält", so Jan Jarab.

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