Kolumbien / Politik

Regierung von Kolumbien nimmt Friedensgespräche mit ELN wieder auf

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Logo der Internetpräsenz der ELN-Friedensdelegation
Logo der Internetpräsenz der ELN-Friedensdelegation

Quito. Der Präsident von Kolumbien, Juan Manuel Santos, hat bekannt gegeben, dass er nach zwei Monaten Unterbrechung die Friedensgespräche mit der Guerillaorganisation Nationale Befreiungsarmee (ELN) wiederaufnehmen will. Der Leiter der Verhandlungsgruppe der Regierung ist für Gespräche mit der ELN-Delegation bereits in die ecuadorianische Hauptstadt Quito gereist. Die Aufständischen haben ihrerseits der Fortsetzung des Dialogs zugestimmt.

Nach Ablauf eines dreimonatigen beidseitigen Waffenstillstands, der das bisher wichtigste Ergebnis der im Februar 2017 aufgenommenen Friedensgespräche war, hatte die Regierung ihre Verhandlungsdelegation Anfang Januar aus Quito abgezogen. Sie begründete dies mit Angriffen der ELN auf staatliche Sicherheitskräfte. Die Regierung ihrerseits hatte laut ELN während der Waffenpause weiterhin Stellungen der Rebellen angegriffen und mehrere Mitglieder ihrer Organisation getötet oder gefangengenommen.

Präsident Santos wollte in einer öffentlichen Erklärung seine Entscheidung für die Wiederbelebung des Dialog als Anerkennung dafür verstanden wissen, dass die Rebellen für die Zeit der Parlamentswahlen am vergangenen Wochenende ihre Waffen ruhen ließen. Die ELN begrüßte in einem Kommunique, dass sich die Regierung gegen den Druck aus extrem rechten politischen Kreisen zur Wiederaufnahme von Gesprächen "zwei Dutzend Tote später" bereit findet. Dabei spielen die Rebellen auf den bitteren Preis der Unterbrechung des Dialogs an.

Ecuadors Außenministerin María Fernanda Espinosa begrüßte indes am Mittwoch die Entscheidung der kolumbianischen Regierung als "große Nachricht". Sie bekräftigte zugleich das Engagement der ecudorianischen Regierung für den Frieden in Kolumbien, "denn Frieden in Kolumbien ist Frieden für ganz Lateinamerika", so Espinosa.

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