Venezuela / Politik

Präsident Maduro vor UN-Vollversammlung: "Venezuela ergibt sich nicht"

presidente-maduro-en-la-onu.jpg

Venezuelas Präsident Maduro bei seiner Rede vor der Generalversammlung der UNO am Mittwoch
Venezuelas Präsident Maduro bei seiner Rede vor der Generalversammlung der UNO am Mittwoch

New York. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat bei seiner Ansprache vor der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen jede Art von Interventionismus zurückgewiesen. Er kritisierte zudem "illegale Sanktionen" gegen seine Regierung.

Maduro erinnerte daran, dass Simón Bolívar, der den Befreiungskrieg gegen die spanische Kolonialisten in Südamerika anführte und einer der bedeutendsten Unabhängigkeitskämpfer der Welt gewesen sei, aus Venezuela stammt. Er bringe "die Wahrheit eines Landes, das sich nicht ergeben hat, eines historischen Volkes, das sich in vergangenen Jahrhunderten Kolonialmächten widersetzt hat".

"Unsere Nation ist ein Land, das unter Druck gesetzt und angegriffen wird. Gestern sprach sich der Präsident der USA an dieser Stelle noch einmal gegen das ehrbare Volk von Venezuela aus." Auch habe Donald Trump "neue Aktionen" gegen das südamerikanische Land angekündigt. Eine ganze Reihe "von wirtschaftlichen, illegalen und einseitigen Sanktionen", sei bereits verhängt worden, sagte der Präsident. So könne sein Land keine internationalen Transaktionen mit dem US-Dollar aushandeln. Der Trump-Administration warf er vor, die Dominanz der US-Währung einzusetzen, um die Wirtschaft Venezuelas zu "strangulieren". Dies sei aus völkerrechtlicher Sicht illegal, so Maduro.

Der Konflikt zwischen beiden Regierungen gehe jedoch über die aktuellen Fragen hinaus, es gehe um eine historische Konfrontation zwischen Imperialismus und dem Kampf für Souveränität: "Warum ein so heftiger Angriff von Trump auf Venezuela? Es ist ein historischer Konflikt, es ist die imperialistische Doktrin der Herrschaft gegen die Doktrin der Gerechtigkeit und Freiheit, die Simón Bolívar uns hinterlassen hat."

Maduro erwähnte ebenfalls den gegen ihn gerichteten Terroranschlag vom August, in den die USA verwickelt seien und aktuelle Medienberichte, laut denen US-Funktionäre an einem Putschplan gegen seine Regierung beteiligt wären. Trotz "aller Aggressionen der US-Regierung und ihrer Verbündeten" sei er bereit "dem Präsidenten der USA die Hand zu reichen, um die Fragen unserer Region zu diskutieren. Ich bin bereit, mit ihm über jedes Thema zu sprechen, zu dem er seinerseits bereit ist, mit Aufrichtigkeit und Bescheidenheit", so der sozialistische Staatschef weiter.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter hatte er vor seiner Rede mitgeteilt, er komme zur Generalversammlung, "um die Wahrheit über Venezuela zu verteidigen, um die Stimme unseres Landes zu erheben". Die ganze Welt solle wissen, "dass Venezuela aufsteht."

Am Rande der UN-Versammlung kam Maduro unter anderem mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani, dem jamaikanischen Premierminister Andrew Holness und Russlands Außenminister Sergei Lawrow zusammen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr