Mordwelle in Kolumbien geht weiter, alle 48 Stunden wird ein Sozialaktivist getötet

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Die am 6. Januar ermordete Marizta Quiroz setzte sich für allem für die Opfer von Vertreibungen ein
Die am 6. Januar ermordete Marizta Quiroz setzte sich für allem für die Opfer von Vertreibungen ein

Bogotá. In den ersten sieben Tagen des neuen Jahres sind in Kolumbien mindestens acht Repräsentanten sozialer Einrichtungen oder Bewegungen ermordet worden. Die Getöteten sind die Kommunalratsmitglieder Gilberto Valencia (Norte de Cauca), Jesús Perafán (Valle de Cauca), José Rafael Solano González (Antioquia), Miguel Antonio Gutiérrez (Caqueta) sowie die Gewerkschafter und Sozialaktivisten Wilmer Miranda (Cauca) und Wilson Pérez (Norte de Santander). Zwei weitere Opfer sind Maritza Quiroz, Sprecherin des Opferverbandes Santa Marta, und Salomón Pulidoschon von der Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes (Farc). Allesamt wurden in der ersten Woche des Jahres 2019 von unbekannten Tätern durch mehrere Schüsse exekutiert.

Die Bedrohungslage ist seit Langem bekannt.

Anfang Dezember hatte der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für die Situation von Menschenrechtsverteidigern, Michael Forst, öffentlich geäußert, dass die Verbrechen nach den bisherigen UN-Ermittlungen eine Systematik aufweisen. Hintergrund ist, dass allein im Jahr 2018 laut der staatlichen Ombudsstelle 164 und nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Indepaz 226 soziale Aktivisten aufgrund von politischen Motiven ermordet wurden. Nach den Ermittlungen der Ombudsstelle fallen mehr als 80 der Morde in die Amtszeit von Präsident Iván Duque.

Die UN beklagten unlängst erneut die mangelnde Umsetzung des Friedensvertrages seitens der Regierung. Dies zeige sich unter anderem daran, dass seit der Unterzeichnung 85 ehemalige Kämpfer der Farc-Guerilla getötet wurden, 14 von ihnen in den letzten drei Monaten.

Dass die dramatische Menschenrechtslage in Kolumbien anhält, zeigte sich auch im Dezember vergangen Jahres, als Paramilitärs eine Kopfprämie auf Indigene in Kolumbien aussetzen. Einige Tage vor dem Drohschreiben waren bereits drei indigene Repräsentanten ermordet worden.

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