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Südafrikanische Länder und Rotes Kreuz kritisieren US-Politik gegenüber Venezuela

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Flagge der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC)
Flagge der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC)

Gaborone, Bogotá. Die Länder der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) haben erklärt, dass sie "mit Besorgnis die Versuche von Führern anderer Länder feststellen, sich in die inneren Angelegenheiten und die Souveränität der Bolivarischen Republik Venezuela einzumischen". Dies gab der SADC-Vorsitzende und Präsident von Namibia, Hage Geingob, bekannt.

Mit der Anerkennung des selbsternannten "Interimspräsidenten" von Venezuela, Juan Guaidó, würden die angesprochenen Kräfte versuchen, die Regierung von Präsident Nicolás Maduro zu untergraben. Diese Verletzung von internationalem Recht sei zu verurteilen, betonte die Regionalorganisation, die alle 16 südlichen Nationen des Kontinents, unter ihnen Südafrika, Namibia, Angola, die Demokratische Republik Kongo, Mosambik und Sambia, einschließt.

"Die Länder der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika merken an, dass das Volk der Bolivarischen Republik Venezuelas seine politischen Entscheidungen bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Dezember 2015 und Mai 2018 zum Ausdruck gebracht hat, und fordern die internationale Gemeinschaft und interessierte Kreise auf, das Ergebnis dieser Wahlen zu respektieren", so der Text, der ausdrücklich als Solidaritätserklärung verfasst worden ist.

Indes hat der Leiter der Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Kolumbien, Christoph Harnisch, bekannt gegeben, dass seine Organisation sich nicht an der Verteilung der Hilfe aus den Vereinigten Staaten beteiligen wird, da es ein Programm einer Regierung und keine humanitäre Hilfe sei.

Seit Tagen ist ein Vorhaben international strittig, mit dem die USA Lieferungen von Mangelgütern über Kolumbien nach Venezuela schicken wollen. Die USA planen, dem selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó die Verteilung der Güter zu übertragen und diesen damit zu stärken. Die venezolanische Regierung verurteilt das Programm als Teil der Destabilisierungsbemühungen der USA und ihrer Verbündeten.

Das Rote Kreuz sieht eine politische Instrumentalisierung von Hilfsleistungen. "Wir beteiligen uns nicht an der für uns nicht humanitären Hilfe", sagte Harnisch. Aus Sicht des IKRK müsse der Begriff "humanitär" durch die Grundprinzipien der Organisation, Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Neutralität geschützt werden. "Für uns ist es wichtig, dass es wirklich einen Respekt gegenüber dem humanitären Begriff und Respekt gegenüber den Prinzipien gibt, die grundlegend sind", bekräftigte der Funktionär des Roten Kreuzes.

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