Ecuador / Politik

Skandal in Ecuador: Offshore-Firma steht in Zusammenhang mit Präsident Moreno

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Lenín Moreno könnte wegen des Vorwurfs der Beteiligung an einer Offshore-Firma das Lachen möglicherweise bald vergehen
Lenín Moreno könnte wegen des Vorwurfs der Beteiligung an einer Offshore-Firma das Lachen möglicherweise bald vergehen

Quito. Das ecuadorianische Medienportal "La Fuente" hat Recherchen veröffentlicht, wonach die Familie des amtierenden Präsidenten Lenín Moreno an einem Offshore-Unternehmen in Panama beteiligt ist. Die Firma mit dem Namen "Ina Investment Corporation" wurde im Jahr 2012 von Edwin Moreno Garcés, dem Bruder des Präsidenten, in Belize gegründet. Nach den Veröffentlichungen wurden erste Rücktrittsforderungen laut.

Die Offshore-Firma nutzte in den Jahren von 2012 bis 2016 Konten der Balboa Bank in Panama, von denen unter anderem der Kauf von Möbeln und Teppichen in Genf getätigt wurde. Diese wurden in die dortige Wohnung des Präsidenten Moreno geliefert, in der er während seiner Zeit als Sondergesandter der Vereinten Nationen für Menschen mit Behinderung gewohnt hatte. Der Kauf in Höhe von über 19.000 Dollar fand im Jahr 2015 statt. Zu dieser Zeit hatte Moreno das Amt des Vize-Präsidenten unter Ex-Präsident Rafael Correa inne. Die Pressestelle Morenos bestätigte, dass die Möbel in seine Wohnung geliefert wurden, bestreitet allerdings, dass diese im Besitz Morenos gewesen seien. Es habe sich dabei um einen Gefallen im Auftrag seiner Freunde Xavier Macías und María Patiño gehandelt.

Vom selben Konto wurden in den Jahren 2015 und 2016 zudem zwei Überweisungen in der Höhe von insgesamt über 130.000 Euro für den Kauf einer Wohnung in Alicante, Spanien, getätigt. In der Küstenstadt wohnt eine der Töchter Morenos, Karina Moreno González. Wie "La Fuente" berichtet, bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Akronym "Ina" in dem Namen des Offshore-Unternehmens und den Namen der drei Töchter Lenín Morenos: Karina, Irina und Cristina.

Der ehemalige Präsident Correa kritisierte seinen Nachfolger Moreno scharf: "Wie ein guter Korrupter hat Moreno zwanzig Monate damit verbracht, 'Dieb, Dieb' zu schreien, wobei der Dieb immer er war". Über den Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: "Wir verdienen keinen korrupten Präsidenten. Schluss mit den Lügen".

Die von Correa gegründete Wahlbewegung Revolución Ciudadana forderte nach Bekanntwerden der Existenz des Offshore-Unternehmens den Rücktritt Morenos. "Es ist äußerst bedenklich, dass die höchste Autorität eines Staates in verwerfliche Handlungen verwickelt ist und es ist dringend notwendig, dass die entsprechenden Kontrollinstanzen darauf reagieren", heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation. An dieser Stelle verwies die Bewegung zudem auf ein Referendum aus dem Jahr 2017, in dem sich eine Mehrheit der ecuadorianischen Bevölkerung dafür ausgesprochen hatte, Politikern und öffentlichen Amtsträgern den Besitz von Offshore-Konten oder -Unternehmen zu verbieten. Die Volksabstimmung hatte zeitgleich zur Wahl Morenos zum Präsidenten stattgefunden.

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