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Russland: Stromausfall in Venezuela wurde von außen verursacht

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Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, María Zajárova, verlas bei der Pressekonferenz am Freitag eine Stellungnahme zum Stromausfall in Venezuela (Screenshot)
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, María Zajárova, verlas bei der Pressekonferenz am Freitag eine Stellungnahme zum Stromausfall in Venezuela (Screenshot)

Moskau. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, María Zajárova, hat am Freitag gegenüber der Presse erklärt, das venezolanische Stromnetz sei sabotiert worden. Leute mit Kenntnissen über die aus Kanada stammenden Geräte, die im Wasserkraftwerk Guri im Einsatz sind, seien laut der Funktionärin am Werk gewesen.

"Nach Angaben der legitimen Regierung des Landes unter der Leitung des Präsidenten Nicolás Maduro und auch auf der Grundlage von Informationen aus anderen zuverlässigen Quellen, die dies bestätigen, erlitt der venezolanische Energiesektor einen Angriff aus dem Ausland", sagte sie. Zajárova beschrieb diesen als "komplexe Aktion aus der Entfernung", die darauf hindeutet, dass "alle Betriebsalgorithmen und Schwachstellen der Ausrüstung dieser Systeme dem Organisator der Aggression gut bekannt waren". Wegen der gravierenden Folgen des Stromausfalls hoffe Russland, dass die Verantwortlichen gestellt und verurteilt werden. Beschädigungen der Infrastruktur würden immer öfter als Methode im Rahmen "hybrider Kriegsführung" eingesetzt, fügte Zajárova hinzu.

Am 7. März führte eine Störung im Wasserkraftwerk Guri, aus dem Venezuela 80 Prozent des Stroms bezieht, zu einem tagelangen landesweiten Stromausfall. Während Regierungskritiker und Oppositionsparteien die Regierung verantwortlich machen und ihr Misswirtschaft, Versäumnisse bei der Wartung des Stromversorgunsgsystems und mangelnde Investitionen vorwerfen, geht die Regierung Maduro von einer Sabotageaktion aus. Diese sei aus den USA im Verbund mit internen rechten Kräften organisiert worden, um das Land zu destabilisieren.

Präsident Maduro hat Anfang der Woche eine Kommission zur Festellung der genauen Ursachen und Verantwortlichen für den massiven Stromausfall eingesetzt. Experten aus China, Kuba, dem Iran und Russland sollen hinzugezogen werden, da diese Länder "viel Erfahrung in der Abwehr von Cyber-Angriffen haben", wie er ausführte. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, sagte bereits Unterstützung und die notwendige technische Hilfe zu. Die russische Regierung ist ebenfalls bereit, sich mit Spezialisten an der Untersuchung des Falles zu beteiligen, wenn ein entsprechendes offizielles Gesuch aus Venezuela vorliege, erklärte die Außenamtsprecherin nun.

Kubas Regierung hatte am 11. März in einer offiziellen Stellungnahme "die terroristische Sabotage des Stromversorgungsystems in Venezuela" verurteilt und von einer "Eskalation in dem nicht-konventionellen Krieg" gesprochen, den die US-Regierung gegen das südamerikanische Land führe.

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