Mexiko: Autonome Sekundarschule der EZLN in Chiapas in Brand gesteckt

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Das Netzwerk "Todos los derechos para todas y todos" (Alle Rechte für alle) hat aufgrund der erneuten Angriffe auf eine zapatistische Gemeinde eine Urgent Action gestartet
Das Netzwerk "Todos los derechos para todas y todos" (Alle Rechte für alle) hat aufgrund der erneuten Angriffe auf eine zapatistische Gemeinde eine Urgent Action gestartet

Chiapas. Im südlichsten Bundesstaat Mexikos hat die zapatistische Bewegung am 21. November erneut schwere Übergriffe auf ein Dorf namens Moisés Gandhi registriert. Die zapatistischen Bewohner:innen wurden mit Schusswaffen angegriffen. Dieselben Täter verübten einen Brandanschlag auf die dortige autonome Sekundarschule. Sie sind laut lokaler Berichte Mitglieder der Regionalen Organisation der Kaffeebauern von Ocosingo (Orcao), die sich seit über 20 Jahren im Konflikt mit der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) befindet. 

Die Täter und mutmaßlichen Mitglieder der Orcao beschossen die Gemeinde zuerst am vergangenen Sonntagmorgen mit schweren Waffen. Drei Häuser wurden getroffen und deren Bewohner:innen gefährdet, wie das Widerstandsnetz Ajmaq berichtet. Anschließend attackierte die Gruppe das Gebäude der Sekundarschule, die Teil der autonomen Schulbildung der Zapatistas ist. Drei Klassenräume wurden durch das Feuer zerstört. In der Nacht des 14. Oktober verübte die Orcao einen ersten bewaffneten Angriff auf das Dorf Moisés Gandhi.

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Die EZLN hat sich zu den Ereignissen noch nicht öffentlich geäußert. Im September 2021 wurden in derselben Region zwei Zapatistas für mehrere Tage von der Orcao entführt wurden. Nach deren Freilassung erklärte die EZLN, dass sie keine weiteren Aggressionen gegenüber ihren Unterstützer:innen mehr tolerieren werde und es bei einem nächsten Mal keine Presseerklärungen mehr gebe: "Mit anderen Worten, es werden keine Worte, sondern Taten folgen", warnte die EZLN. Die Entführung der beiden Zapatistas blieb bisher straffrei.

Zwischen der EZLN und der Orcao schwelen seit Jahren Konflikte um ein Stück Land, das die beiden Organisationen im Zuge des Aufstands von 1994 gemeinsam besetzten. Im Jahr 2001 akzeptierte die Orcao die Regierungsprogramme der Landprivatisierung, während ihre zapatistischen Nachbar:innen eine Parzellierung des ehemaligen Großgrundbesitzes verweigerten und weiterhin auf die Fortführung von kollektiver Landwirtschaft bestehen. Immer wieder kommt es zu Angriffen: Im August 2020 sind in der Ortschaft Cuxuljá zwei Lagerhallen der EZLN ausgeraubt und anschließend niedergebrannt worden, in denen Mais und Kaffee gelagert wurde (amerika21 berichtete).

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