Indigene in Brasilien nutzen Überwachungsdrohnen zum Schutz ihrer Territorien

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Schulungen unterstützen die indigene Gemeinschaft, ihr Territorium aus der Luft im Blick zu behalten
Schulungen unterstützen die indigene Gemeinschaft, ihr Territorium aus der Luft im Blick zu behalten

Cuiabá. Indigene Gemeinschaften setzen auf Videotechnologie, um ihre Gebiete zu schützen. Mit Hilfe von Kameras, Drohnen und Handyaufnahmen überwachen immer mehr Gemeinschaften Teile ihrer Territorien. Dank der fliegenden Kameras können sie Umweltverbrechen, zerstörerische Abholzungen und illegales Eindringen dokumentieren. Ihr Ziel ist, Umweltverbrechen zu verhindern und illegale Invasoren zu vertreiben.

Im Schutzgebiet der Xavante-Indigenen bei Volta Grande im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso bildet die Umweltstiftung "World Wildlife Fund Brasil" (WWF-Brasil) zusammen mit dem "Centro de Trabalho Indigenista" (Institut für indigene Arbeit, CTI) den Verein "Associação Xavante Warã" im Umgang mit Drohnen, Kameras und Computern aus.

Das CTI kämpft seit 40 Jahren für die Autonomie der Indigenen Völker in Brasilien. WWF-Brasil stellt die Technik und organisiert Schulungen. Diese unterstützen die indigene Gemeinschaft, ihr Gebiet aus der Luft im Blick zu behalten. Nur so kann es geschützt und gegen Invasoren verteidigt werden. Bedroht werden die indigenen Territorien von illegaler Abholzung, der Ausbreitung von Viehzucht und Landwirtschaft sowie von Infrastrukturprojekten wie Straßenbau.

Große Bergbauunternehmen, Edelholz-Diebe und illegale Goldgräber bedrohen auch die Schutzgebiete der Munduruku-Indigenen im Bundesstaat Pará. Die Gruppe "Coletivo Audiovisual Muduruku Kaje Kapap Eypi" macht inzwischen Umweltdelikte um die Region des Rio Tapajós öffentlich. Ihre Ausstattung mit Kameras, Drohnen und Handys sowie die sozialen Netzwerke sehen die Dokumentaristen als ihre Waffe. "Das Video ist ein wichtiges Werkzeug, das den Kampf der Munduruku stärkt. Viele Menschen glauben unseren Worten nicht, aber sie glauben dem, was sie sehen", sagte die 30-Jährige Aldira Akai, Aktivistin vom Film-Kollektiv der Munduruku.

Ihre Drohnenaufnahmen machen konkret, was die Umweltplattform Global Forest Watch (GFW) zeigt. Auf den Satellitenaufnahmen ist zu sehen, wie neue Straßen den Wald durchschneiden, auch die Waldzerstörung durch Holzfäller und die Ausbreitung von Weideflächen für die Viehzucht. Laut der Umweltorganisation Instituto Socioambiental ist die Zerstörung von Wäldern auf indigenen Gebieten in den ersten drei Jahren der Regierung Bolsonaro (2019–2021) im Vergleich zu den drei Jahren davor um 138 Prozent angestiegen. Nach Angaben von Greenpeace wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 600 Flusskilometer auf Munduruku-Territorium durch durch illegalen Gold- und Erzabbau mit Chemikalien verseucht.

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