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Kubanische Ärztebrigaden treffen in Mexiko ein

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Die Brigade kubanischer Fachärzte in Nayarit erhielt zunächst eine Schulung zu den internen Vorschriften und den Einrichtungen, die sie unterstützen werden
Die Brigade kubanischer Fachärzte in Nayarit erhielt zunächst eine Schulung zu den internen Vorschriften und den Einrichtungen, die sie unterstützen werden

Mexiko-Stadt/Havanna. Kuba und Mexiko haben ihre Zusammenarbeit bei der Verbesserung der medizinischen Versorgung in sozialen Brennpunktgegenden in 15 mexikanischen Bundesstaaten begonnen.

Wie lokale Medien berichten, ist am vergangenen Samstag die erste Gruppe aus 60 kubanischen Ärzten im Bundesstaat Nayarit eingetroffen. Andere Brigaden werden in den Staaten Colima und Tlaxcala erwartet. Insgesamt sollen in einem ersten Schritt dieses Jahr 500 kubanische Mediziner und Pflegekräfte in Mexiko zum Einsatz kommen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie nahm Mexikos linksgerichtete Regierung erstmals Ärzte aus Kuba unter Vertrag. Beim Staatsbesuch im Mai in Havanna unterzeichnete Mexikos Präsident Andrés Manuel López-Obrador (Amlo) die Verträge für eine Wiederaufnahme und Erweiterung des Abkommens.

Die Ärztebrigaden sollen in Regionen, die stark von Konflikten mit den Drogenkartellen betroffen sind, insbesondere die Behandlung von Kindern übernehmen und sich aus entsprechenden Fachärzten zusammensetzen. Darüber hinaus wurde der Erwerb von kubanischem Impfstoff sowie ein Bildungsabkommen vereinbart, mit dem mexikanische Ärzte in dem sozialistischen Land ihren Facharztabschluss machen können. "Wir werden zu diesem Zweck Stipendien vergeben", kündigte López-Obrador an.

Im Rahmen der Gesundheitsinitiative wurden in den Regionen außerdem elf Operationssäle in Krankenhäusern saniert, die teilweise bis zu 14 Jahre außer Betrieb waren.

Der Vertrag stieß auf heftige Kritik von Ärzteverbänden in Mexiko, die ihn als "Beleidigung für die mexikanische Ärzteschaft" bezeichneten. In einem Kommuniqué brachten sie ihre "tiefe Missbilligung und energischen Protest" zum Ausdruck. "In unserem Land gibt es Ärzte mit anerkannten Qualifikationen der Universitäten der mexikanischen Republik (...), von denen einige arbeitslos sind oder zu sehr niedrigen Löhnen oder in Gebieten mit extremer Unsicherheit beschäftigt sind. Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass sie zu Unrecht übergangen wurden, indem ausländischen Ärzten der Vorzug gegeben wurde".

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung López Obrador wegen der Einstellung von kubanischem medizinischem Personal in der Kritik steht. Wie die Zeitung El País berichtet, löste die Zahlung von sechs Millionen Dollar für den Einsatz von 585 Fachkräften aus Kuba zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ebenfalls Wut unter mexikanischen Medizinern aus. Der Betrag, der jetzt für die Einstellung von kubanischem Personal ausgegeben werden soll, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Kontroverse habe jedoch "wieder einmal einen fremdenfeindlichen Beigeschmack": In öffentlichen Äußerungen aus den Reihen der Ärzteschaft würden die Fähigkeiten der kubanischen Ärzte in Frage gestellt oder sie würden beschuldigt, "politische Agenten" zu sein, so El País.

Der Präsident entgegnete den Vorwürfen: "Wir haben zwar Krankenhäuser, aber keine Kinderärzte, vor allem wenn es um die Arbeit in Krankenhäusern in armen Gegenden geht". Unter den neoliberalen Vorgängerregierungen sei nicht genug in Bildung und Gesundheit investiert worden, stattdessen habe es verschiedene Privatisierungsvorstöße in beiden Bereichen gegeben. Die Kritik der Ärztekammer sei Ausdruck eines "konservativen, neoliberalen Denkens", so Amlo, der der kubanischen Regierung für ihre Unterstützung auf diesem Gebiet dankte.

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