Kolumbien / Politik / Militär

Kolumbien: 19 Tote bei Bombenanschlag und Abschuss von Polizeihubschrauber

Explosion nahe Militärflugschule in Cali am Donnerstag. In Amalfi wurde ein Hubschrauber der Nationalpolizei beim Landeanflug abgeschossen. Drei Polizisten starben, mindestens vier wurden verletzt. Präsident Petro macht Farc-Dissidenzen verantwortlich

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Seit Jahren demonstrieren Menschen in Kolumbien für Frieden und ein Ende der Gewalt... wie hier beim Paro Nacional 2021
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Cali/Medellín. Ein schwerer Anschlag hat am Donnerstagnachmittag die südkolumbianische Millionenstadt Cali erschüttert. Nach Angaben der örtlichen Behörden explodierte ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen in unmittelbarer Nähe der Militärflugschule Escuela Militar de Aviación Marco Fidel Suárez. Dabei kamen mindestens sechs Menschen ums Leben, über 50 weitere wurden verletzt.

Ein Verdächtiger, der von Anwohnern festgehalten wurde, befindet sich mittlerweile in Polizeigewahrsam. Er ist bekannt unter dem Alias Sebastián und wurde von Präsident Gustavo Petro als Mitglied der Farc-Dissidenzen bezeichnet. Laut Medienberichten dürfte er aus dem Departamento Cauca stammen und möglicherweise eine koordinierende Rolle bei der Planung des Terroranschlags gespielt haben. Präsident Gustavo Petro machte daher die Farc-Dissidenz Carlos Patiño verantwortlich, eine Fraktion des sogenannten Estado Mayor Central.

Calis konservativer Bürgermeister Alejandro Éder verurteilte den Angriff. "Cali ist erneut Opfer eines narkoterroristischen Anschlags geworden", erklärte er. Die Stadt wurde unmittelbar nach der Explosion unter Militärschutz gestellt. Augenzeugen berichteten von zerborstenen Fensterscheiben, zerstörten Fassaden und Szenen des Chaos, während Rettungskräfte Verletzte versorgten.

Die Stadtverwaltung setzte eine Belohnung von bis zu 400 Millionen Pesos für Hinweise auf die Täter aus und verhängte ein Fahrverbot für schwere Lkw im Stadtgebiet. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab, da weitere Sprengsätze entdeckt und durch Experten entschärft wurden. Die Explosion richtete zudem Schäden in umliegenden Vierteln an.

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Der Anschlag steht vermutlich im Zusammenhang mit einer Welle koordinierter Gewalt. Am selben Tag wurde in Amalfi im Departamento Antioquia ein Hubschrauber der kolumbianischen Nationalpolizei beim Landeanflug von Gewehrfeuer getroffen und abgeschossen.

Das Fluggerät befand sich auf einer Mission zur Unterstützung von Operationen gegen illegale bewaffnete Gruppen. Nach offiziellen Angaben kamen dabei 13 Polizisten ums Leben, mindestens vier weitere wurden verletzt. Der Hubschrauber wurde beim Landeanflug von Schüssen getroffen, woraufhin er abrupt zu Boden ging.

Präsident Gustavo Petro bezeichnete diese beiden Angriffe als "terroristische Antwort" der Farc-Dissidenzen auf die jüngsten Schläge des kolumbianischen Militärs gegen diese Gruppen.