Venezuela / Politik

Wikileaks: Erzbischof erbat stärkere Einmischung der USA in Venezuela

Caracas. Der venezolanische Erzbischof Baltazar Porras hat im Jahr 2005 die USA um eine stärkere Einmischung in Venezuela gebeten, um Präsident Chávez "aufzuhalten". Dies geht aus einem am Freitag durch die Internetplattform Wikileaks veröffentlichten Dokument hervor. In der Depesche, die nur in Teilen öffentlich ist, berichtet der damalige US-Botschafter in Caracas, William Brownfield, vom Ersuchen des Bischofs, der zur genannten Zeit Präsident der venezolanischen Bischofskonferenz (CEV) war. "Porras drängte auf mehr Einmischung der internationalen Gemeinschaft, um Chávez' regionale Aspirationen aufzuhalten", heißt es in dem als "vertaulich" eingestuften Dokument. Die US-Regierung habe sich nach dem Abwahlreferendum im August 2004 zu sehr mit der Kritik an Chávez zurückgehalten und solle "klarer und öffentlicher" gegen Chávez auftreten.

Baltazar Porras ist aktuell Erzbischof von Mérida und Vizepräsident der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM). Er gilt als Unterstützer des Putsches gegen Hugo Chávez im April 2002 und ist auch heute aktiver Teil der venezolanischen Opposition.

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