Mercosur beginnt Verhandlungen über Beitritt Ecuadors

Brasília. Im September sollen die Verhandlungen mit Ecuador über den Beitritt als Vollmitglied zum Gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur) beginnen. Dies berichtet die brasilianische Nachrichtenagentur ABR. Laut ABR ist die Sitzung für den 15. September geplant. Den ersten Schritt in Richtung Vollmitgliedschaft hat der ecuadorianische Präsident Rafael Correa bereits im Dezember vergangenen Jahres gemacht, als er formell den Aufnahmeantrag stellte. Ecuador ist bisher assoziiertes Mitglied im Mercosur, ebenso wie Bolivien, Chile, Kolumbien und Peru.

Bisher gehören dem Mercosur Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und Venezuela an. Paraguay wurde auf dem 43. Mercosur-Gipfel am 29. Juni suspendiert. Die Suspendierung erfolgte als Antwort auf den parlamentarischen Staatsstreich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Paraguays, Fernando Lugo, am 22. Juni. Sie wird mindestens bis zur Durchführung demokratischer Wahlen im April 2013 aufrechterhalten.

Wie lange der Prozess der Aufnahme Ecuadors dauert, konnten die brasilianischen Unterhändler laut ABR noch nicht einschätzen. Hierzu ist unter anderem die Akzeptanz der Statuten des Mercosur sowie die Erfüllung der Bedingungen notwendig, um an der gemeinsamen Zollunion (MEZ) teilnehmen zu können. Auch muss Ecuador seinen Antrag vor der Andengemeinschaft (CAN) artikulieren, dessen Ratspräsidentschaft das Land derzeit inne hat.

Die Aufnahme eines Landes in den Mercosur muss von allen Regierungen der Mitgliedsländer befürwortet und von den jeweiligen Landesparlamenten ratifiziert werden. Venezuela benötigte für die Aufnahme als Vollmitglied sechs Jahre, da das paraguayische Parlament seine Zusage verweigerte. Erst nach der Suspendierung Paraguays konnte das Land am 31. Juli aufgenommen werden. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez bezeichnete die Aufnahme in den Mercosur als wichtigen Schritt in der weiteren wirtschaftlichen und unabhängigen Entwicklung Südamerikas.

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