Correa bilanziert Fall Assange

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Correa bei der Kundgebung
Correa bei der Kundgebung: "Keine Patrone wird diese Revolution zu Fall bringen". Die Bevölkerung werde sie weiter verteidigen

Quito. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat sich erneut im Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange zu Wort gemeldet. Er bezeichnete die aktuellen Verhandlungen mit Großbritannien und Schweden gegenüber dpa als "schwierig" und stellte fest, es fehle der politische Wille, eine Lösung zu finden. Es gebe drei Wege zur Lösung des Falles Assange, so Correa. Die schwedische Justiz könne ihn wegen der ihm vorgeworfenen Sexualdelikte in der Botschaft Ecuadors in London verhören. Dies sei der einfachste Weg, das Problem auszuräumen, argumentierte Ecuadors Präsident, der darauf hinwies, dass bisher noch nicht einmal ein Strafverfahren gegen Julian Assange läuft, sondern lediglich Vorermittlungen durch die schwedische Staatsanwaltschaft.

Assange könne aber auch zum Verhör nach Stockholm reisen, wenn Schweden garantiere, dass er nicht an Drittländer ausgeliefert werde. Die dritte Möglichkeit sei, dass Großbritannien Assange freies Geleit gewähre, um die Botschaft zu verlassen, sagte Correa. Dies sei aber die schwierigste Alternative.

Wikileaks begann am vergangenen Wochenende neue US-Dokumente zu veröffentlichen. Unter dem Namen "Detainee Policies" werden als geheim eingestufte Dokumente der US-Regierung zur Verwahrung von Gefangenen publiziert. Darunter sind Leitfäden für den Umgang mit Gefangenen in den Lagern Camp Delta in Guatanamo Bay auf Kuba oder in Camp Bucca im Süden Iraks, das bereits im September 2009 geschlossen wurde. Die meisten der 12 bislang veröffentlichten Dokumente stammen aus der Zeit kurz nach dem 11. September 2001 und des Irak-Kriegs. In den nächsten Wochen will Wikileaks weitere Dokumente öffentlich machen. Sie sollen eine chronologische Dokumentation des Umgangs der USA mit Gefangenen in ihren Lagern ermöglichen.

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