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08.02.2012 Kuba / Kultur / Politik

Fidel Castro stellt neue Memoiren vor

Zweibändiges Werk wird auf der 21. Buchmesse in Havanna erhältlich sein. Bücherschau beginnt am Freitag mit über 120 Ausstellern
Fidel Castro und Katiuska Blanco

Fidel Castro und die Biografin Katiuska Blanco

Quelle: cubadebate.cu

Havanna. Wenige Tage vor Beginn der Internationalen Buchmesse in der kubanischen Hauptstadt Havanna hat der ehemalige Staats- und Regierungschef Fidel Castro zwei neue Memoirenbände unter dem Titel "Guerrillero del tiempo" (Guerillero der Zeit) vorgestellt. Die Bände mit fast 1.000 Seiten wurden von der kubanischen Journalistin Katiuska Blanco verfasst, die im Jahr 2003 bereits ein Buch über die Familiengeschichte der Castros veröffentlicht hat. Das neue Werk, das auf der Buchmesse ab Freitag in kubanischen Pesos in den Verkauf kommen soll, behandelt die Biografie des inzwischen 85-jährigen von dessen Kindheit an bis zum Zeitpunkt unmittelbar vor der Kubanischen Revolution 1959.

Bei der Präsentation am Wochenende in Havanna stellten Castro und Blanco den Band in einem sechsstündigen Gespräch vor. Castro, der an der Veranstaltung vor geladenen Gästen in einem Sportanzug und mit einem Freizeithemd bekleidet teilnahm, wirkte deutlich rüstiger als noch beim letzten Auftritt am Ende des Parteitages der regierenden Kommunistischen Partei Kubas im April. Der damalige Auftritt und längere Unterbrechungen bei den regelmäßig erscheinenden Kolumnen hatten besonders die US-Presse in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu Spekulationen über den Gesundheitszustand des Revolutionsführers verleitet. Fidel Castro lässt das offenbar kalt: Er bedauere das Ende der Veranstaltung, merkte er nach sechs Stunden Buchpräsentation an, die in Auszügen vom kubanischen Staatsfernsehen übertragen wurde.

Fidel Castro nutzte die Veranstaltung indes auch zu Kommentaren über politische und tagesaktuelle Themen. So warnte der 85-jährige vor einer Eskalation der Konflikte westlicher Staaten mit Syrien und Iran. Während diese Länder zunehmend unter Druck gesetzt würden, versuchten die USA und die Europäische Union Russland von der "lächerlichen Idee" eines Raketenschildes zu überzeugen, merkte Castro an.

Auch die aktuelle Lage in Venezuela und die Eskalation des Streites zwischen Argentinien und Großbritannien um die Malwinen-Inseln (Falkland-Inseln) im Südatlantik verfolge er stetig, sagte der ehemalige Staatschef. Zugleich hob er die Rolle von Studierenden in den laufenden sozialen Kämpfen in Lateinamerika hervor. Vor allem die Proteste in Chile seien ein Beispiel, so Castro.

Die letzten Bücher des Ex-Staats- und Regierungschefs werden ab Freitag auf der 21. Internationalen Buchmesse in Havanna erhältlich sein. An der Bücherschau werden 200 Gäste und 120 Aussteller aus mehreren Dutzend Ländern teilnehmen. Aus Deutschland sind neben der Buchmesse Frankfurt auch die Tageszeitung Junge Welt und die Solidaritätsorganisation Cuba Si vertreten. Amerika21.de wird in Kooperation mit Cuba Sí regelmäßig von der Messe auf der Festungsanlage Fortaleza de San Carlos de la Cabaña berichten.

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