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Uruguay will kubanische Ärzte direkt bezahlen

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Uruguays Außenminister Mario Lubetkin gab die Entscheidung bekannt. Vorangegangen waren "Gespräche mit Washington"
Uruguays Außenminister Mario Lubetkin gab die Entscheidung bekannt. Vorangegangen waren "Gespräche mit Washington"

Montevideo/Havanna/Washington. Uruguay will keine Zahlungen mehr an die kubanische Regierung leisten und kubanische Ärzte im Land künftig direkt bezahlen. Dies betrifft 21 Augenärzte, die seit 2007 im Land sind und überwiegend in der Augenklinik José Martí in Montevideo arbeiten. In den bisherigen Verträgen Kubas mit zahlreichen Ländern über die Entsendung von medizinischem Fachpersonal, geht ein Teil der Einnahmen direkt an die kubanische Regierung.

Uruguays Außenminister Mario Lubetkin gab die Entscheidung nach "Gesprächen mit Washington und mit Havanna" bekannt. Wenige Tage zuvor hatte Uruguay ausdrücklich erklärt, an der Kooperation mit kubanischen Ärzten festzuhalten. Uruguay war unter Druck geraten, weil das Land in einem Bericht des US-Außenministeriums als eines von "15 Ländern" genannt wurde, "die das "kubanische Regime" direkt für Dienstleistungen bezahlt hätte", berichtete die Tageszeitung junge Welt am vergangenen Mittwoch. Uruguay wird seit März 2025 von der Mitte-links-Regierung der Frente Amplio unter Präsident Yamandú Orsi regiert.

Kuba steht seit Jahresbeginn unter großem ökonomischen Druck, die US-Regierung unter Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio versucht systematisch, Kuba wirtschaftlich zu erdrosseln. Dazu gehört auch der Druck auf verschiedene Länder, die Kooperation mit kubanischen Medizinbrigaden zu beenden. Einige karibische Staaten sowie Guatemala und Honduras haben die Kooperation daraufhin bereits beendet. Washington sowie regierungskritische kubanische Medien hatten wiederholt behauptet, kubanische Ärzte und Pflegepersonal müssten "Sklavenarbeit" leisten und bemängelt, dass das "kubanische Regime" durch die Medizinbrigaden hohe Einnahmen hätte.

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Die erste kubanische Medizinbrigade wurde im Mai 1963 nach Algerien entsandt. Dem Land fehlten nach der Befreiung vom französischen Kolonialismus Ärzte. Bis zur Befreiung waren die meisten Ärzte Franzosen, die danach zurück nach Frankreich gingen. Seitdem hat Kuba nach Angaben des Nachrichtensenders Telesur in den vergangenen Jahrzehnten 165 Medizinbrigaden entsandt. Neben dem Aspekt des Internationalismus ist dies auch zu einer wichtigen Deviseneinnahmequelle für das Land geworden.

In vielen Ländern sind die kubanischen Ärzte hoch angesehen und sehr willkommen, da sie besonders gut ausgebildet und auch in abgelegenen Regionen tätig sind. Vereinzelt gibt es auch Kritik. So begrüßte eine guatemaltekische Ärztin in einem Krankenhaus im Departamento Chimaltenango die Entscheidung, die kubanischen Ärzte aus dem Land zu weisen, gegenüber amerika21, weil diese "zwei oder dreimal mehr verdienen als wir, und trotzdem statt guatemaltekischen Ärzten eingesetzt werden". Andere Ärzte hielten dem allerdings entgegen, dass kubanische Ärzte hoch qualifiziert seien und in Regionen tätig seien, in denen guatemaltekische Ärzte fehlen.