Amerikas / China / Politik / Wirtschaft

China setzt auf Beziehungen zu Lateinamerika und Karibik

wang_yi.jpg

Chinas Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit der CELAC-Troika (Kuba, Costa Rica, Trinidad und Tobago) im September 2013 in New York
Chinas Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit der CELAC-Troika (Kuba, Costa Rica, Trinidad und Tobago) im September 2013 in New York

Beijing. Chinas Außenminister Wang Yi hat große Erwartungen in Chinas Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik. Das Jahr 2014 biete eine enorme Chance, diese Verbindungen auf eine neue Ebene zu bringen, sagte Wang bei einer Pressekonferenz am Samstag in der chinesischen Hauptstadt anlässlich der Sitzung des Nationalen Volkskongresses. Er kündigte die Teilnahme von Chinas Präsident Xi Jinping am Gipfeltreffen der Brics-Staaten in der brasilianischen Stadt Fortaleza im Juli dieses Jahres an. Er werde dann auch andere Länder in der Region besuchen.

Die BRICS-Gruppe besteht aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Sie traf sich 2007 zum ersten Mal in Russland. Die BRICS-Staaten stellen über 40 Prozent der Weltbevölkerung und rund 27 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes, außerdem halten sie die Hälfte der weltweiten Devisenreserven.

Wang sagte weiter, dass derzeit die Vorbereitungen laufen, um noch in diesem Jahr das "Forum der Zusammenarbeit China - Lateinamerika und Karibik" zu starten, das auf dem Gipfel der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC) im Januar in Havanna vereinbart wurde. Die erste Ministerkonferenz dieses neuen Organismus solle abgehalten werden. Das Treffen werde einen enormen Fortschritt in Chinas Beziehungen zu der Region bringen, so Wang.

Eines der lateinamerikanischen Länder, das bereits seit längerem eng mit China zusammenarbeit, ist Venezuela. Erst in der vergangenen Woche hatte der venezolanische Erdölminister und Vizepräsident für Wirtschaft, Rafael Ramírez, China besucht und neue Vereinbarungen für Finanzierungs- und Energieprojekte getroffen. Demnach wird die Volksrepublik weitere 5 Milliarden US-Dollar in den "Gemeinsamen Fonds China-Venezuela" einbezahlen. Ramírez betonte, diese neue Einlage der Volksrepublik sei von außerordentlicher Bedeutung für das südamerikanische Land, um die Ressourcen für notwendige Investitionen aufrechtzuerhalten. Dies trage zum Wachstum der Wirtschaft und zur Aktivierung verschiedener Wirtschaftsbereiche bei. China erhält im Gegenzug täglich 240.000 Barrel Öl von Venezuela. Dies sei aufgrund der guten Konditionen der vereinbarten Finanzierung und des Ölpreises, der sich auf einem hohen Niveau hält, "für uns perfekt zu handhaben", so Ramírez.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr